Omas sind schuld!

…an Mamas Selbstwertproblem!

Ehrlich: ich wurde noch nie von einer anderen Mama angemacht. Gut, ich meide Müttergruppen, sondere mich auf dem Spielplatz ab und gerate in Situationen, in denen Väter mich anraunzen, ich solle ihr Kind nicht schubsen (ich hab nur verhindert, dass der kleine Pseudomacho auf der Wasserrutsche meinem Sohn volle Möhre mit beiden Füßen in den Bauch rutscht). Aber ich wurde von anderen Müttern bisher eher gelobt als gedisst (wobei ich Lob auch mit Vorsicht genieße…trust noone…).

Wer mich noch nie gelobt hat: unsere Omas.

Dass von meiner Mutter sowas nicht kommt, bin ich seit bald 36 Jahren gewohnt. Ich bin mit Kritik groß geworden, hab zwei Therapien hinter mir (was ich echt löblich finde) und weiß nun: ich kriege kein Lob von Zuhause. Punkt. Die Mutter von Papa Darling ist das Gegenteil. Sie lobt alles und jeden und verbreitet Harmonienienienienienie. Es sei denn, es geht um mich.

Kein Gedanke an offene Kritik. Nene. Versteckte Hinweise. Wann immer sie da ist. „Komisch, das macht DEIN SOHN doch sonst nicht.“ oder „Probier doch mal das, DAS MAG DEIN SOHN“. Oder „So kenne ich MEINEN SOHN gar nicht.“

In meiner Gegenwart pervertiert sich die Realität zu etwas komischem, verzerrten, verbesserungswürdigem. Da ist sie gezwungen, auf den Großen einzureden und einzureden, damit er sich die Jacke anziehen lässt. Das liegt sicher nicht an Müdigkeit und Reizüberflutung, dass er überschnappt, nein, es liegt daran, dass ich zu ruhig auf dem Boden sitze und auf ihn warte. Ich sollte ihn hoch auf den Arm und wieder runter und wieder hoch und von Hunden und Katzen und Pferden und Drachen und Katzen und Hunden und Katzen reden. DANN gehts…

Wenn ich beim Essen darauf hinweise, dass er den Pilz gerade ausgespuckt hat und heute wohl nicht mag, hält sie ihm dennoch einen Pilz hin um dann überrascht festzustellen, dass er den nicht essen muss, wenn er nicht will.

Er will ihr etwas sagen, sie hört es nicht und macht mit ihrem Programm weiter und weiter und redet auf ihn ein, bis er aufgibt. Ja, mein Kind kann Resignation. Ist weniger anstrengend als der offene Widerstand. Mama machts genauso. Ich hab keine Lust auf Schlagabtausch. Ich sitze diese Tage ab, bedanke mich für die Einladung zum Essen und habe jetzt schon Angst davor, dass wir irgendwann Oma besuchen fahren müssen. Und dann müssen wir wieder auf dem aufblasbaren Gästebett schlafen und ich werde die ganze Nacht frieren und am nächsten Morgen werde ich ungläubig angeschaut werden, weil doch zwei Sofadecken auf dem Bett lagen und da sonst niemand friert…

Will sagen: wenn die beiden anderen Bezugsfrauen meiner Kinder nichts besseres zu tun haben, als mir meinen „Job“ zu erklären, dann möchte ich nicht wissen, wie das in anderen Familien so läuft. Und ganz ehrlich: kein Wunder, dass die Großfamilie so gut wie ausgestorben ist.

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