meinemuttermeintagmeinmuttertag

Ich denke darüber nach. Ich habe auf anderen Blogs dazu nachgelesen. Pro. Contra. Tipps. Ideen. Hm. Muttertag. Was soll das sein? Also: für mich?

Ich gehöre glücklicherweise zu den Frauen, die sich ihrer Rolle als Mutter sehr klar sind. Ich hab mir das schon als kleines Mädchen gewünscht und mein Leben dementsprechend ausgerichtet. Ich wollte studieren, aber bitte etwas, womit sich eine Familie vereinbaren lässt. Mein Konsum ist politisch aber eben auch pragmatisch. Ich lebte immer gleichberechtigt, habe aber schnell gesehen, dass wir mit der Gegenentscheidung als Familie immerhin knapp über ALG II Level leben und nicht knapp drunter (reine Rechenaufgabe). Ich habe meine geliebten Disney-Filme aufgehoben (ja, als junges Mädchen konnte ich förmlich ertrinken in diesen Märchen). Ich habe bei schönen Bilderbüchern immer sofort „ja“ gesagt, denn sie könnten ja für meine Kinder toll werden. Ich habe mir sogar Rezeptideen für Kindergeburtstage gemerkt, zumindest bis zu einem bestimmten Punkt der Alterung ;). Meine Ernährung wurde dem untergestellt. Meine Körpervorstellung…ich ging sehr weit in meiner Planung. In meinem Umfeld gab es nie auch nur eine Frau, die mir vergleichbares erzählt hätte. Aber das hat mich noch nie betroffen.

Worauf ich hinaus will: Egal, wie gut ich geplant hab, ich wurde doch überrascht, überrumpelt, überfordert und/oder überfahren. << dasselbe wie bei allen Mamas. Ich war auf vieles vorbereitet. Yeah! Aber von vieles wusste ich schlicht gar nichts. Und dann wäre da noch Unwägbarkeitsfaktor Nummer 1: Papa.

 

Inzwischen gehöre ich unweigerlich zu dem Personenkreis der Mütter und möchte mich vor den meisten trotzdem eigentlich nur verstecken. Ich möchte mich und meine Kinder nicht vergleichen (und das passiert automatisch mit anderen Mamas…worüber sollen wir uns auch sonst unterhalten? Freiheit? Unfreiheit? Feminismus? Frustration? Ich möchte diese Blicke gar nicht sehen).

Der neue Grill. Ein neuer Autoteppich fürs Kinderzimmer. Kinderkurse. Wieder nicht geschlafen. Trotzphase. Sonnenbrille. Kaffee. Und ich hab immer das Gefühl, auf dem Prüfstand zu stehen. Vielleicht ist es ein gegenseitiges Abschätzen: Will die sich etwa mit mir anfreunden? Ich hab doch schon so viele Termine…

Mütter. Im Internet eine riesige Gruppe von einander doch meist unbekannten Menschen, die aber sicherheitshalber schonmal die Säbel gewetzt haben. Wir scheinen alle einer immensen Menge an Kritik zu unterliegen. An Entwertung. An Einmischung von außen. Und gleichzeitig gibt es dieses immense Bedürfnis, über das eigene Leben zu schreiben, andere Mütter zu erreichen, sich auszutauschen, auch auf die Gefahr hin, dass die andere sagt: „Also das könnte ich mir so ja nicht vorstellen. Das musst Du anders machen“. 

Inzwischen gibt es schon neben dem Perfektionismusdruck sowas wie einen Wettbewerb an Flappsigkeit (natürlich stark reglementiert und immer innerhalb pädagogisch-einwandfreier Vorgaben): Wir lassen dies liegen, und das…bei uns gibts ständig Pizza, na und?…Schlafen regeln wir nicht, bringt eh nichts…

Gegenbewegung? Ich denke nicht…

Wir suchen die Balance. Unsere Mitte. Den Punkt, von dem aus, wir nicht mehr für Ereignisse in Schwingung geraten sondern nur noch für Gefühle. Anders kann ich mir meine Haltung und die vieler anderer in all dem nicht erklären. Wir pendeln zwischen perfekt und Totalversagen ohne die wirklichen Extreme zu erreichen. Aber sie stehen uns vor Augen. Wir alle wissen, das positive Extrem „perfekt“ werden wir objektiv nie erreichen, aber das andere scheint permanent zum greifen nah. Dabei ist doch völlig klar, dass das nur dann der Fall sein kann, wenn das Pendel schon falsch aufgehängt wurde.

 

Mein Muttertag. Ich hatte mir einen Familientag vorgestellt. Endlich mal wieder mit Papasch und den Jungs ins Schwimmbad. Gestern Nacht kam per whatsApp eine Gruppen Einladung zum Minigolf-Spielen. Nur Mamas und solche die es werden wollen. Und Sekt. Und ich hab keine Ahnung, wie ich mich entscheiden soll. Ich bin eine von Ihnen, von den Müttern. Aber Mutter bin ich nur zuhause. Ich brauche keinen Ehrentag sondern regelmäßige Zuwendung zum glücklich sein. Und ich war noch nie gern Teil eines Gruppe, eines Teams, einer Bewegung. 

 

Ich hab immernoch keine Meinung zum Muttertag. Ich seh da viel Potential für Streit, Enttäuschung und ein Gefühl von alle-nur-ich-nicht. Eigentlich so wie Weihnachten…da gabs in meiner Kindheit zumindest auch immer Stunk. Weihnachten hab ich mir ertrotzt. Will ich das auch für den Muttertag? Ich werde wohl nächstes Jahr nochmal drüber nachdenken müssen…


2 Gedanken zu “meinemuttermeintagmeinmuttertag

  1. Ich habe den Muttertag für mich eigentlich nie besonders hoch gehalten. Ein nettes Frühstück, Basteleien von den Kleinen sind schön, aber sonst habe ich da keine Erwartungen und das ist auch okay!
    LG, Micha

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