auch mini-ops can make you cry, mami

Es ist geschafft. Beide Kinder schlafen und ich spüre wie mir langsam die Anspannung aus dem Rücken bröckelt. What. A. Day.

Ich halte mich ja eigentlich für relativ tough. Und wenn ich in einem passenden Moment, beispielsweise abends bei einem fruchtigen Rotwein oder Cidre oder Radler oder Riesling, gefragt werde, bin ich sogar in Bezug auf meine Kinder total tough. Aber wenn es hart auf hart kommt, bin ich die totale Birne Helene: weich, schwippsigblöd, zu süß und irgendwie Loriot.

Mein kleiner Schatz wurde heute in einer Ultra-Routine-Op nur ein ganz kleines bißchen, quasi am Zipfel operiert. Ich hab das angeleiert. Ich wusste, dass es Sinn macht, auch wenn die KÄ der Meinung war, wir könnten doch warten, bis er 3 sei. 3. Einen 3jährigen am Zipfel zu operieren finde ich alles andere als sinnvoll. Zumal es ja 3jährige geben soll, die keine Windel mehr tragen! Nein nein, ich habe auf mein toughes Mutterherz gehört und das Ganze wurde zu unser aller Freude jetzt auch noch vor der Eingewöhnung abgehakt.

Ich hatte an die Reservierung eines book-n-drive-Autos gedacht. Ich hatte an Essen für danach gedacht und gestern schon vorgekocht. Die Jungs kamen abends in die Wanne (diesmal auch wirklich). Ich hatte die Liste für die Apotheke schon am Kühlschrank, weil ich das Zeug mit k1 zusammen besorgen wollte, während der Papasch bei k2 im Krankenhaus saß und seine Pocket-Texte abarbeitete…

Ich habe NICHT an Schokolade für mich gedacht. Oder an ein Schlafmittel für die Nacht davor. Ich hatte auf dem Schirm, wie ich den Großen darauf vorbereite, dass er aufwacht und Papasch und k2 sind weg. Aber mich hatte ich völlig vergessen.

Das Einschlafen am Vorabend war schon so gut wie unmöglich. Irgendwas hielt mich wach. War es der Stress mit Papasch? Die Sorgen um k1s Wut? Kein Plan, was das war. Ich schlief viel zu spät ein, wurde aber dafür schon um 4:30 wach. Herzusetzen: MEIN KIND WIRD GLEICH OPERIERT!?! Hab ich verschlafen? Muss ich wen wecken? Soll ich was packen, wegräumen, umschieben, aufwärmen, bügeln oder tapezieren???

Papasch stand mit k2 so um 5:30 auf. Beide schlurften in die Küche. Papasch stellte die Kaffeemaschine an. Und ich rannte ins Bad, zurück ins Schlafzimmer, ins Kinderzimmer und nochmal ins Bad.
Papasch wickelte den Kleinen und zog ihn an. Gab ihm sein Lieblingsbilderbuch und trug ihn zu mir ins Schlafzimmer, damit er kurz ins Bad könne, und ich wickelte mich völlig aufgelöst um meinen Goldjungen, mein ein und alles, meinen Schatz, mein Glückskind und musste mich mit Gewalt vom Schluchzen abhalten.

k2 wuselte vom Bett und rannte Papasch hinterher ins Bad. Und ich rannte k2 hinterher. Ich bin schließlich eine besorgte Mutter! In meinem Kopf Bilder von meinem Kind im OP-Hemdchen. Von meinem Kind mit glasigem Blick nach Einnahme des scheiß-egal-Saftes. Von meinem apathischen Kind auf dem blauen Arm irgendeines hartherzigen OP-Pflegers und vor mir eine Glasscheibe…

Die beiden Kerle zogen los. Ich warf ihnen noch alles mögliche an sinnbefreitem „packt-das-doch-noch-ein“-Sachen hinterher und dann waren sie weg. Und ich ging ins Bett. Angeknipst. Knallewach. Fertig mit die Welt.
Immerhin habe ich anschließend keine Artikel von missglückten Kleinkind-OPs gesucht sondern nur gelesen, was mir in die TL gespült wurde. Das war mit Sicherheit meine größte unterbewusste Leistung an diesem Tag.

Was hätte ich schlafen können…

k1 wachte erst um 8 auf. Ausgerechnet heute! Ich hätte ihn echt früher gebrauchen können! Aber gut. Er war etwas perplex, dass wir tatsächlich nur zu zweit waren. Eine völlig neue Situation für uns beide. Und da ich die konsequentere von uns beiden Elternteilen bin, habe ich ihn heute beim Frühstück auf meinem Schoß sitzen lassen. Er durfte auch mit seinem Regenschirm spielen. Wir haben zusammen Honigtoast unterm Schirm gegessen und dazu die peaceful-piano-Playlist gehört. Dann haben wir einen Pferdestall gebaut und das Geschirr stehen gelassen…

Und ich hatte das entspannteste Kind der Welt bei mir. Das hat mich sicherlich davor bewahrt, noch öfter als alle 10min aufs Handy zu gucken, ob es was Neues gibt.

Wir haben noch zusammen die Betten gemacht, Sand auf dem Balkon in die Wanne geschaufelt, Fenster geputzt (!) und die Küche aufgeräumt.

Und richtig geheult habe ich erst, als k2 wieder da war.
Aber richtig richtig geheult hab ich da.
Ich könnt immer noch.
Aber die Kinder schlafen.

OK, ich hab mein Bestes gegeben. Es hat auch für den Tag gereicht. Aber nächstes Mal habe ich hier Schokolade im Schrank. Und ein Kind im Video-gucken-Alter. Und dann läuft das alles ganz sicher ganz anders…


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