Lucia-Tag

Morgen, Ihr Lieben, ist der Lucia-Tag. Ein super-Festtag in Schweden. Hier eher unbeachtet…aber ich als alter Skandinavistik-Fan lebe meinen Traum und feier eine angepasste Version des alten nordischen Brauches:

Wir stellen am 13. Dezember den Weihnachtsbaum auf und schmücken ihn mit Lichtern. Und dazu gibt es Pepparkakor (Gewürzplätzchen) und mit ein bißchen Glück auch Lussekatter (Safran-Hefe-Stückchen in S-Form). Pepparkakor können wir quasi das ganze Jahr voller Begeisterung essen. Meine Schwedisch-Lehrerin hat mir nämlich ihr Familienrezept verraten und so können wir dieses Gebäck nach Belieben herstellen. Und es ist ein familienfreundliches, veganes und absolut praktisches Rezept (so wie Schweden eben ist). Heute werde ich es mit Euch teilen. Ich bin mir sicher, Eva wäre auch begeistert davon, zu wissen, dass noch andere Leute ihr Familienrezept benutzen.

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Ich transkribier mal meine Handschrift:

Ihr braucht:

150 ml Wasser

1 Päckchen Backpulver

200g Margarine (explizit keine Butter, laut Eva)

300g Zucker

6 TL heller Sirup (ich nehme schon ewig und drei Tage Ahornsirup…mein heller Sirup geht schon im Sommer für Brownies drauf )

2 TL Zimt

1 TL Nelken

1TL Ingwer

600g Mehl

Als erstes kocht ihr das Backpulver in dem Wasser kurz auf und lasst es direkt wieder abkühlen (warum? keine Ahnung)

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Dann sammelt ihr brav alles andere in eine große Rührschüssel

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Dazu kommen dann das Backpulverwasser und das Mehl und alles wird zu einer glatten Kugel geknetet. Es geht wirklich gut mit der Hand (unsere Kinderzimmer liegen direkt an der Küche, und so könnte ich abends ohnehin nie einen Mixer benutzen…aber für den Teig ist das auch wirklich nicht nötig!)

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Dann wird er brav eingewickelt und in den Kühlschrank gepackt. Mindestens über Nacht.

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Und dann könnt ihr ihn ganz dünn ausrollen. Wirklich so dünn, wie ihr es ertragen könnt. Denn: diese Plätzchen werden kross. Und dick und kross bedeutet: kaum zu beißen. Aber dünn und kross ist ein toller Genuß. Zum Ausrollen immernur ein kleines Stück nehmen und den Rest im Kühlschrank lassen. Und wenn ihr keine Zeit habt, gleich den ganzen Teig auszubacken, hält der sich so oder so prima im Kühlschrank. Ich habe mir sagen lassen, die Schweden horten den Teig auf dem Balkon und backen ihn nur für den Bedarf aus. Tja….wenn das mal nicht familienfreundlich ist.

nach 7-8min Backzeit bei 200°C im Backofen habt ihr einen wunderbaren Kontrapunkt zu all den Makronen und Krapferl und Kipferl und den immensen Variationen an Butterplätzchen mit wechselndem Zucker. Diese Plätzchen sind wirklich eher würzig als süß. Männer finden sie super (liegt vielleicht auch am männlichen Crunch ;-)). Und süß aussehen, tun sie auch.

Ich hab meinen Teig heute noch nicht ausgebacken, weil ich ja den ganzen Tag Folie gerissen habe. Aber morgen früh schlägt unsere Stunde. Lucia-Bäckerei. Drückt mir die Daumen, dass wir auch noch Lussekatter hinkriegen, bevor die Schwiegereltern anrücken. Dann schaffe ich vielleicht sogar Bilder und lege die hier nach…:)

Dass die Plätzchen nur was werden, wenn ihr beim kneten und backen das Lucia-Lied singt, versteht sich von selbst. Hier sicherheitshalber nochmal der Text:

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Liefs,

Minusch

Nachtrag:

Ich habe die Pepparkakor gestern quasi frisch zum Kaffee ausgebacken und möchte noch was ergänzen:

sie vertragen sehr viel Mehl zum Ausrollen. Kein Witz: ihr könnt mit Mehl nur so um Euch schmeißen, bis sie sich gut von der Arbeitsplatte lösen. Tatsächlich gewinnt die Teigstruktur durch mehr Mehl tatsächlich noch.

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Und damit ihr eine Idee bekommt, wie dünn „dünn“ sein kann, hier noch ein Bild:

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Leider backt mein fast 30 Jahre Alter Backofen nicht mehr ganz gleichmäßig, aber: den Plätzchen schadet meiner Meinung nach auch eine „gesunde Bräune“ nicht. 😉 hier ein Bild des ersten Blechs (als ich noch nicht mit Mehr um mich geworfen hatte, um die Plätzchen zu machen):

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Mit mehr Mehl werden sie zarter in der Textur ohne mehlig zu schmecken…und dann sieht ein Lucia-Tisch schwuppdiwupp so aus:

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denkt Euch rechts davon bitte einen Adventskranz dazu…;-)

Schöne Adventszeit wünsche ich…:) Minusch

3 thoughts on “Lucia-Tag

  1. Ganz lieben Dank für das Rezept, da hab ich mich richtig drauf gefreut! Wir sind auch riesige Skandinavien-Fans (in der Reihenfolge Norwegen, Schweden, Dänemark), mögen vieles was dort her kommt, von den Kinderwagen angefangen, aber kennen uns mit einzelnen Ritualen noch nicht so aus. Deshalb das Dankeschön auch für den kleinen Einblick! Liebe Grüße, Jela

    1. Ja gern…es lohnt sich, sich die skandinavischen Bräuche anzugucken. Sie sind nämlich viel lustiger als unsere. Also, selbst wenn wir keinen Platz zum um-den-Weinhachtsbaum-tanzen haben, so sind auch die Lieder einfach witzig.

      Habt eine wundervolle Weihnachtszeit! God jul!
      🙂
      Minusch

  2. Du warst auch die Auslöserin! Ich weiß nicht, ob ich mich in den Hintern getreten hätte, wenn Du nicht gefragt hättest. Ich mache auch gleich noch ein paar Ergänzungen dazu. 🙂

    Liefs,
    Minusch

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