my nighttimeline – a lifeline

der Schein zu früher Sterne auf dem
Sonnenschirm
und Sand unter den Füßen
in Gedanken bist Du schon immer mehr als ein
Gedanke

Du wartest stets an der Ecke um die ich
niemals gehe
Du hast kein Gesicht
brauchst keines
es reicht ein Hauch der Luft
die Du atmetest

Du hast mich gezeichnet
die Fingerspitzen auf der Raufasertapete
der Blick dahinter
die Fingerspitzen auf der Fensterscheibe
folgten den Lichtern vorbeifahrender Autos
die Fingerspitzen auf dem Teppich
zeichneten Spuren von Menschen
die niemals waren

Worauf wartest Du?
Ich hielt Abend für Abend Deinen Drink
in der freien Hand, ohne einmal zu kosten

Kälte wandert an mir hoch
an Deinem Blick erkenne ich:
es ist nicht meine
denn wann immer ich Deinen Blicken folge
sehe ich mich

Kopfsteinpflaster
das war unser Code
beide mit Blick auf den Fluß
befreit von jedwedem Wetter standen wir
auf der Brücke
und wir standen dort
bis die Lichter erloschen

nein und das kam aus tiefstem Herzen
nein, niemals
und dein Einverständnis trug meinen Namen
wieder Kopfsteinpflaster nahe der Wangen
und im Blick die letzten drei Stunden
über Geröll
am Abgrund entlang
durch unsicheres Geäst
und dann standest Du am Strand

den Stift in der Hand erwarte ich das
Echo Deines letzten Satzes

die Serifen Deiner Worte raubten mir die Sinne
unbemerkt stieg ich in Deinen Mantel
öffnete die Brusttasche
schlüpfte hinein und verhielt mich
ab da ganz ruhig
von innen vernähte ich die Knöpfe mit den
Knopflöchern, säumte die Ränder und
begann zu leben
und im Schutz der Dunkelheit schlief ich
ein
nur um andernorts sofort zu erwachen und
meinen Trugschluss zu erkennen
du nahmst meine Hand

Deine Gesichtszüge sprachen wortlos von
Abenteuern
„weißt Du?“ dachte ich
Du lachtest
und ich sah betroffen weg
dies war der Moment
der meine Blöße offenbarte
und als vulgäre Sehnsucht den ersten Stein
ins Rollen brachte

dies war auch der Moment
der ersten tausend Chrysanthemen
so weit
so weiß
und ganz in Waffen
noch einmal hielt ich die Nadel zwischen
den Fingern
stach zu

und lauschte

Dein Sein umfloss das meinige
Deine Kontur karikierte meine
und mit dem Schrei der geschundenen
Kreatur verließen wir die Nacht

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