Bundesjugend…aha…

Bevor ich den letzten Post schrieb, las ich über das Thema Bundesjugendspiele. Schließlich war ich da früher auch mal dabei. Bundesjugendspiele. Das Wort war doof. Cool fanden wir, dass wir den ganzen Tag draußen sein durften und nicht in den Klassenräumen sitzen. Gut war auch, dass dafür eben anderer Unterricht ausfiel. Schade war, dass da nur Einzelsportarten gefordert waren. Und dann noch nicht mal was mit Musik. Oder Tanzen. Nur Leichtathletik.

Was das sollte, hab ich nie hinterfragt. Es kam von der Schule. Irgendwann nach dem Tag wurden die Urkunden ausgegeben. Es hat mir nichts bedeutet. So wie es wohl auch vielen anderen egal war. Schließlich haben wir gemacht, was die Lehrer wollten. Wir waren alle immer um gute Leistung bemüht und es gab niemanden, der absichtlich hinter seinen/ihren Möglichkeiten zurückblieb. Ein Tag Sport? Nagut…dann eben ein Tag Sport.

Wenn ich heute drüber nachfrage, wüßte ich schon gern, warum ausgerechnet Leichtathletik an so einem Tag durchgeprüft wird. Ich hätte mich über Bundesjugend-Malen persönlich noch viel mehr gefreut. Einen Tag lang malen und zeichnen und basteln. Oder Bundesjugend-Musizieren. Einen Tag lang singen oder Gitarre-spielen oder Trommeln! Bundesjugend-Tanzen. Bundesjugend-Lesen. Wie cool wäre das gewesen? Wegen mir können wir auch alle anderen Fächer durchkonjugieren. Wäre alles cool irgendwie.

Gut, die anderen Fächer bräuchten wahrscheinlich mehr inhaltliche Vorbereitung als die rein infrastrukturelle Frage, wie alle Schüler gleichzeitig auf einem Sportplatz betreut und überwacht werden können. Und wenn wir wirklich alle Fächer beglücken wollen, hätte das vielleicht auch Auswirkungen auf die Lehrpläne. Wobei: Wir könnten einen Monat lang jeden Tag ein anderes Fach in den Fokus stellen. Dann würden alle Nischen-Talente und Breitband-Begabte auf ihre Kosten kommen. Es sei denn, dieser Monat kollidiert mit Masern oder Windpocken oder einem Magen-Darm-Virus…hm.

Worauf ich hinaus will: Ich betrachte Bundesjugendspiele als unnütz. Sport ist in meinen Augen prima. Es gibt Kinder, die von sich aus sehr competitive sind oder sich gern in Gruppen organisieren. Da ist Sport ein super Medium für Wachstum und Entwicklung. Allerdings finde ich den Schwerpunkt auf Bewegung wichtiger. Und Bewegung endet nicht mit der Hochsprungmatte oder nach 100m-Sprint.

Außerdem zweifle ich an Mitmachzwang, an Großgruppen-Bewertung und der Wurzel dieses Reliktes (ich hab da so einen Verdacht…).

Deswegen habe ich diese Petition unterzeichnet.

Wenn es um die Entwicklung einer Alternative dafür geht, bin ich gern dabei! Ich denke, es gibt eine Menge fantastischer Sachen, die +/-150 Kinder einer Schule an einem gemeinsamen Tag umsetzen können…

Liefs,

Minusch

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