lebensweisen

„wir können nicht alles alleine schaffen.“

ein völlig banaler Satz und eigentlich auch irgendwie ärgerlich. wieso sollte das nicht gehen? schließlich können wir studieren und Geld verdienen, Flüge buchen, unseren Konsum selber steuern und kochen.

ich sitze hier und denke über mein Leben nach. ich bin in meinen Job reingesprungen, weil emotional alles gepasst hat, auch wenn die Arbeit letztenendes fast 10h mehr die Woche bedeutet, als ich ursprünglich leisten wollte. die Arbeit ist toll.

außerdem habe ich eine Zusatzausbildung angefangen. sie ist ein wahres Geschenk. sie tut gut, ist spannend und unsere Leiterin ist einfach umwerfend gut in dem, was sie tut (und ihr solltet die Begründungen für ihr Tun erst mal hören…so unfassbar schön!).

selbstredend müssen wir zuhause den Haushalt jetzt mehr aufteilen. und es klappt auch im Prinzip. also oberflächlich läuft es. aber ich brauche nicht groß aufzählen, was alles liegen bleibt, denn:

da sind ja noch die zwei wichtigsten Faktoren, die bald Geburtstag haben und die uns immer mal wieder vermissen und die ein Anrecht auf eine Kindheit haben, die auch zuhause stattfindet.

dass meine Beziehungssituation nach wie vor kompliziert ist, liegt dabei auf der Hand. wie sollten wir uns unter den Bedingungen um irgendwas gemeinsames kümmern? zumal ihm sein Sport so ans Herz gewachsen ist, dass er 3-4 Mal die Woche 45-60 min Laufen gehen muss. da geht direkt wieder ein ordentlicher Batzen Zeit drauf. Zeit, die ich dann zum Teil zuhause auffange. Zeit, die er zum teil morgens nutzt, wenn unsere Kinder betreut sind und er nicht dringend arbeiten muss.

also vieles läuft gut. aber ich bin krank. schon wieder. und ich bin müde. und ich muss Entscheidungen treffen, was ich mit welchem Einsatz machen möchte und was ich abstufen muss. und ich stehe davor wie vor einem riesigen Rätsel. oder auch nicht. Sehnsüchte sprechen eine relativ deutliche Sprache. ich mag sie nicht hier nicht aussprechen, weil ich sie eben nicht immer genau richtig sondern eher relativ richtig übersetze. ich erkenne dafür retrospektiv, was sie mir sagen wollten. aber sie beeinflussen mich auch schon vor der Erkenntnis.

und dann ein Aufwallen meiner Kindheit. Erinnerungen an Schmerzen und Ohnmacht. damit verbunden ein neuer Konflikt in dieser Richtung. ehrlich: müssen es die Menschen einander einfach grundsätzlich schwerer machen, als es sein müsste? ich bin und bleibe in diesem Bezug ziemlich ratlos.

aber ich kann sagen, dass ich mich in Bewegung befinde. nächste Woche sogar buchstäblich, wenn ich mich zusammen mit meinen Jungs auf die Reise zu einer online-Freundin begebe. und wenn ich zurückkomme, werde ich wieder bewegt (worden) sein, Neues gesehen haben und vielleicht noch einen Gedanken finden, der mir hilft, meinen Kompass wieder einzunorden.

denn tatsächlich wünsche ich mir schon mein ganzes Leben lang Ruhe. die ist nicht leicht zu bekommen, weil ich sie ja nicht an mich reißen und festhalten kann. ich kann sie nur einladen wie einen Schmetterling. dafür muss ich selbst ganz still werden und meine Hände wie Schalen auf meine Knie legen und abwarten (liebe Grüße an meine Musterstundengruppe von der Ausbildung ;-)).

in Sehnsucht,

Minusch

 

 


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