morning has broken…

ne, hier ist niemandem schlecht und es ist auch nicht der erste Morgen, aber alle Eltern kennen dieses Gefühl an einem Montagmorgen, wenn das Wochenende rum ist und der Alltag wieder Struktur erfordert. für uns ist es gerade potenziert.

wir hatten ein wirklich schönes Wochenende. das Jubiläumsfest der Krabbelstube vom Kleinen, tolle Straßenmusik, Eis, Schwimmbad am Abend, und dann herzwärmender Besuch von der Waldgängerin und ihrem Liebsten (ihr beide seit wie eine Herz-Hängematte für mich; wir drei hätten Euch am liebsten hier behalten). wir kamen beide Abende erst sehr spät ins Bett aber dafür ging es auch wirklich toll. beide Kinder haben mitgemacht, Zähne geputzt, sich umgezogen und dann die Nacht durchgeschlafen. waren die Tage vielleicht zu lang? zu voll? haben wir zu wenig Raum gelassen zum Verarbeiten? es gab nur wenig Streit, ich denke, es war gut so.

beide Kinder fragen zuhause nach Papa. beide Kinder sehen seine Sachen und reagieren darauf. Bilder von uns vieren sind ja da. ich habe nichts umgeräumt. heute morgen hat der Kleine zum ersten Mal wegen Papa geweint. ich habe ihn festgehalten. 2h lang. wir haben sein Lieblingsfrühstück organisiert (Schoko-Donuts…ja, ich finde das ok). wir haben auf dem Rieger Platz gesessen, der Große hat sich die Straßenkreide geholt und gemalt und der Kleine hat auf meinem Schoß gesessen, seinen Donut festgehalten und geweint. wir haben das zu dritt ausgehalten. jeder hat in die Waagschale geworfen, was er hatte. ich konnte Donuts zum Frühstück erlauben. der Kleine konnte erlauben, dass wir die Wohnung verlassen und er die Zähne vorher putzt. und der Große konnte erlauben, dass ich viel mit dem Kleinen rede und er alleine etwas malt.

ich höre meinen Kindern zu, halte sie fest, sage ihnen, dass ich auch traurig bin und wäge jede Forderung ab.

„Mama, wir wollen ein Eis!“ kann auch heißen, „Mama, wir wollen Ablenkung, weil uns das gerade zu anstrengend ist.“

„Mama, ich hab Bauchweh!“ kann auch heißen „Mama, ich bin traurig.“

„Mama, Du bist blöd!“ kann auch heißen „Mama, ich bin wütend und traurig und weiß nicht wohin damit.“

„Mama, ich will Fernsehen!“ kann heißen „Mama, spiel was mit mir!“

„Mama, mir schmeckt das nicht!“ kann heißen „Mama, ich bin traurig.“

ich spaziere durch einen Wald aus Hypothesen über mich und meine Kinder. sowas wie eine Dauer-diagnostische 360°-Perspektive. wir drei trauern jeder auf unsere eigene Art. wir sind alle unter Schock. es ging alles so schnell. viele Dinge sind wie immer, und gleichzeitig ist alles anders. wir spüren die Ruhe hier. und wir spüren, dass eine Lücke entstanden ist.

wir teilen, was wir teilen können und klammern uns an manches, auch wenn es keinen Sinn macht, nur um etwas festhalten zu können.

wir pendeln uns neu ein und finden neue Lösungen. ich will ganz arg auf mich achten und beobachte meine Reaktionen (Appetitlosigkeit, diffuse Sehnsucht, zu wenig Ruhe, zu wenig Raum zum Sammeln).

dabei hatte ich mich so auf die Sommerferien und das große Loslassen gefreut. Freiheit. Spielen. in den Tag hineinleben…das wird gerade so nicht gehen. weil er entschieden hat, zu tun, was er getan hat.

 

Liefs,

Minusch

5 thoughts on “morning has broken…

  1. Ich weiß zwar nicht was genau bei euch los ist und ich kenne dich auch nicht persönlich..aber fühl dich doch bitte trotzdem umarmt und festgehalten von mir !
    Ganz Liebe Grüße !!

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