love who you are

eine Blogparade zum Thema sich-selber-schön finden mit dem Hashtag #IchstehzuMir passt doch prima zu meinem Blog-Subtext mit dem Vergleichen. die liebe Dani vom Blog gluckeundso.de wurde von dem Thema umgetrieben und deswegen hat sie sich ein wenig umgeschaut, wie es anderen damit geht. immerhin sind wir ja alle emanzipiert und wissen um Photoshop und sind ja schon megamäßig dabei uns nicht zu vergleichen mit den vielen halbnackten Frauen in den Medien (wobei ich dieses Jahr immerhin noch nicht so viel Bikini-Werbung wie sonst gesehen habe…entweder steht mein Filter oder die Werbung ändert die Strategie? hm…). andererseits gibt es eben doch viele Einladungen zum vergleichen. schließlich haben andere Frauen auch Kinder und kriegen das hin mit dem zierlichen Popo, dem strammen und Bauch und…genau!

ich mache es mir ganz einfach und meditiere mich durch Danis Fragen zu dem Thema, um dann anschließend eine conclusio zu kriegen. wobei ich die ja auch schon vorweg nehme, in dem ich sie auf meinem Blog schreibe: be a mom without comparing.

Was gefällt euch an euch? Egal ob äußerlich oder innerlich?

oh, ich weiß nicht, ob das schon durchsickert, aber ich mag mich. meine körperlichen Vorzüge sind in meinen Augen mein Gesicht, meine Unterarme und meine Beine. das sind so die schönsten Teile von mir, finde ich. und wenn es um Innerlichkeit geht, mag ich meine Liebe. ich lieb so viel. es gibt so viele Wunder auf der Welt (Menschen wie Begebenheiten) und ich arbeite daran, mich in einem Kokon aus Wunderbarem einzuspinnen. nicht, weil ich Angst vor dem Negativem habe, sondern weil ich aus Arroganz der Meinung bin, dass es jetzt mal reicht mit dem Lebensscheiß. echt jetzt. ich hab die Nase voll von Krisen. ich weiß wie es sich anfühlt, kann es in Worte fassen, wenn es nötig ist und weiß was davon bleibt. jetzt will ich völlig ignorant dafür werden. ich werde sowieso nie vergessen, was ich erlebt habe. also jetzt focus on love. wenn es schief geht, berichte ich hier auf dem Blog, was draus wurde. *Grüße an Vera F. Birkenbihl*

Was gefällt euch gar nicht an euch und wie wollt ihr es ändern?

hah! ich hab mich integriert und sehe meine Schwächen als Kehrseite der Stärken. sie zu beackern würde mich verändern. beispielsweise meine Leidenschaft für Schokolade: sie bricht aus, wenn ich traurig bin, oder es mir nicht gut geht. sie kann auch ausufern. aber das hat eben den Grund, dass ich traurig bin und mir damit etwas zuführe, was mir gut tut. also ist es ok. das Ergebnis ist, dass ich eben nicht mal schnell Abnehmen kann, weil irgendwie immer was dazwischen kommt, aber mal im Ernst: ich bin 38. ich kann auch mit Wabbelbauch glücklich sein, finde ich.

dann wäre da noch meine Ungeduld. sie ist die Kehrseite meiner Geschwindigkeit. wäre ich nicht so schnell, wäre ich geduldiger. aber meine Geschwindigkeit hilft mir in vielen Lebenslagen. also bleibt sie. ich mache zwar Yoga und übe mich in Stille, aber ich werde immer einen schnellen Kopf haben. das gehört zu mir.

und meine Arroganz habe ich mir hart erarbeitet. 38 Jahre. ich blicke zurück auf wirklich viele Erlebnisse unterschiedlichster Größenordnung. wann, wenn nicht jetzt kann ich echt mal arrogant sein? ich weiß, das macht mich nicht sympathisch, aber bitte: 38. macht nix. finde ich.

Wollt ihr es überhaupt ändern? Erzählt mir davon.

das, was ich ändern möchte, ist eher ein Verstehen. ich möchte noch mehr verstehen, noch mehr erfahren. gerade lerne ich Salsa-Tanzen und genieße diese Stunden und das, was ich dadurch lerne. denn es passiert ganz viel auf verschiedenen Ebenen: ich gebe meinem Tanz-Impuls eine Richtung vor, ich kommuniziere angstfrei mit echt attraktiven jungen Männern an der Uni, ich lache mir Schmerzen ins Gesicht und ich spüre, wie high ich davon werde. ich versuche, dieses Wissen zu integrieren, damit ich mir das alles bewahren kann und nicht verliere, nur weil irgendwas sich ändert. ich möchte ‚dranbleiben‘. weil ich spüre, dass ich das gerade so sehr genieße. es ist etwas, was ich ’nur‘ für mich tue, deswegen ist es fehleranfällig (ich denke, den Effekt kennen alle Mamas, die sich in Agape ihren Kindern zuwenden), aber ich werde besser. immerhin habe ich gerade sündhaft teure Tanzschuhe gekauft! also kann ich gar nicht aufhören.

Was haltet ihr von der Problematik, dass es ein „Idealbild“ in der Gesellschaft gibt, die Schönheit völlig einseitig propagiert?

Gesellschaften produzieren Ideale. schon immer. das stört mich nicht. Schubladen sind in gewisser Weise eine Erleichterung im Alltag. und es wird immer Normabweichungen geben, die irritieren, erschrecken oder sogar stören. wieviele Menschen wissen tatsächlich, was für angeborene Normabweichungen es in diesem Land gibt? hier leben beispielsweise 80.000 Menschen mit einer doppelten geschlechtlichen Anlage (Intersexuelle). total verrückt, und glauben wir den Lautesten, ist das nicht möglich, weil es ja nur zwei Geschlechter gibt. aber sie sind da. ebenso Kinder mit Ganzkörperbehaarung, deformierten Beinen oder 6 Zehen. und sie sind auch normal, sie sehen nur anders aus.

was mich berührt, ist die Angst der Menschen vor Abweichungen. diese irrationale Angst, ja, den Horror. die Angst, die die Wut anheizt und dazu führt, dass andere dadurch zu tiefst verletzt werden. ich weiß, dass das keine bewussten Prozesse sind. aber letztenendes können sowas auch unsere Großeltern von sich behaupten. und trotzdem haben sie das Grauen geschehen lassen. irgendwie ist das also keine Lösung.

ich will damit sagen: jeder von uns sollte vorsichtig sein im Umgang mit sich wie mit anderen. wenn wir uns einem Normalitäts-Diktat unterwerfen, dann kann es sein, dass uns das Ergebnis mehr schadet als nutzt. dann erwerben wir eine emotionale Gruppenzugehörigkeit um einen hohen Preis und ohne Anspruch auf Erfolg. viele Beauty-Sendungen haben schon bewiesen, dass buchstäblich alle Menschen mit mehr oder weniger Ressourcen-Aufwand dem gängigen Schönheitsideal entsprechen können. aber der Weg zu diesem Ideal, das manchen einfach geschenkt ist, ist ein harter Weg, der am Ende leider kein Glück verspricht. also wäre es doch besser, seine Energie nach innen zu richten und sich mit sich selbst anzufreunden. das kostet kein Geld, kann nicht von außen bewertet werden und weitet den Blick. am ende findest du dich selber auch so schön, als hättest du zwei Jahre Diät gemacht, hast aber kein Problem damit, einen übergewichtigen Menschen einen Burger essen zu sehen. ich finde, das klingt gut.

Wie wollt ihr euren Kindern Schönheit erklären?

ich vermeide bisher das Wort ‚häßlich‘. es gibt nichts häßliches bei uns. so einfach. es gibt unterschiedliche Arten von Schönheit und zwar mindestens für jeden Menschen eine. und so entsteht hoffentlich derzeit ein Spektrum verschiedener Schönheits-Töne und kein pseudoobjektives Schönheits-Optimum. ich möchte meinen Kindern helfen, den Blick sowohl auf das Ganze als auch auf Details zu legen und dann selbst zu spüren, ob das schön ist, was sie sehen. Schönheit ist hier keine Norm, sondern ein Gefühl. tut es mir gut, das anzusehen oder es anzufassen? meine Kinder beschreiben Essen auch mit ’schmeckt schön‘.

ich empfinde Hässlichkeit als etwas sehr wichtiges. sie macht Schönheit vom Ursprung her erst sichtbar und kann sehr sehr viele Informationen transportieren. außerdem versteckt sich auch in Hässlichkeit eine Ästhetik, die weiter reicht, als es auf den ersten Blick scheint. aber dafür sind meine Kinder noch nicht bereit. ich schätze, dass dieses Thema mit Eintritt in die Pubertät hier stärker auf den Tisch kommt. als Bereich der Abgrenzung. als Gegenüber. und als Schatten zum Licht. als Erkenntnis, dass keines ohne das andere kann und dass es sich lohnt, auch das Häßliche anzusehen. zu spüren. zuzulassen…um dann nicht einer von denen zu sein, die Angst vor Abweichungen haben.

Wie wichtig ist euch überhaupt Schönheit?

Schönheit ist etwas sehr wichtiges für mich. nicht als Diktat aber es Bestandteil der Kommunikation. Schönheit macht keine Angst. das ist ein wichtiger Faktor im Umgang mit anderen. und dabei meint Schönheit nicht das perfekte Outfit oder die richtige Frisur sondern eher eine Ruhe im Geist. wer mit sich selbst unzufrieden ist, kann kaum ein ruhiges Gespräch führen. unzufriedene Menschen werden schnell von sich selber abgelenkt. ‚diese Haarsträhne hängt mir wieder so doof ins Gesicht‘, ‚das T-Shirt ist verrutscht‘, ‚hab ich Schweißflecken unter den Armen?’…diese Unannehmlichkeiten übertragen sich auf die Gesprächspartner und verhindern Nähe. was soll ich auch denken, wenn jemand sich mir gegenüber unwohl fühlt? ich kann nicht wissen, ob die Unterhose kneift, die Socken nicht passen oder der Mückenstich juckt.

wenn ich meine Schönheit herstelle, dann sortiere ich mich so, dass ich über nichts nachdenken muss. manchmal kneift eine Hose, dann zieh ich sie nicht an, obwohl ich es vor hatte. manchmal gefällt mir mein Profil nicht, dann weiß ich, dass mich das den ganzen Tag beschäftigen wird, also zieh ich mich um. wenn ich mich schminke, dann so, dass ich mir keine Sorgen darüber machen muss, dass es verwischt. und wenn ich weiß, ich werde einen aufwühlenden Tag haben, dann lasse ich Mascara weg. wenn ich morgens keine Zeit habe, die Haare zu waschen, aber mein Gefühl sagt, dass ich müsste, vergreife ich mich am Babypuder und pudere die Strähnen weg ODER nehme mir die Zeit und verzichte dafür auf etwas anderes.

 

ich bin davon überzeugt, dass wir alle mit einem Gefühl für Schönheit auf die Welt kommen. wir alle sind mal im Anblick von etwas Schönem versunken. Schönheit tut gut. Schönheit kann heilen und trösten.

und Frauen wie Männer kennen die Differenzen zwischen Plakaten und dem Spiegelbild. ich muss sagen: es lohnt sich nicht, daran zu verzweifeln  (ich habs versucht). sicher dürfen wir unzufrieden und selbstkritisch sein. vielleicht lohnt es sich aber, sich als Vergleichsmasse nicht die Menschen rauszupicken, die eine komplett andere Statur haben, sondern sich an Menschen zu orientieren, die dir selbst körperlich entsprechen. und dann vergleiche mal die Lebenssituation:

ich lebe derzeit in extrem komplizierten Beziehungsverhältnissen, habe zwei Kinder, einen Halbtagsjob und nicht viel Geld. mehr Sport machen ist echt ein Kraftaufwand. und weniger oder anders Essen entzieht mir eine Glücksquelle. ich wäre doch blöd, würde ich jetzt mit einer Diät anfangen. ich würde mir die Laune vermiesen für ein fiktives Ergebnis. nenene…ich lebe mein Leben, so wie es kommt. und bisher gab es immer Menschen, die mich als Gesamtergebnis sehen konnten und nicht meinen BMI schätzen mussten. ich war  nie eine Elfe (obwohl ich Elfen echt voll toll finde). aber mein Körper kann tanzen, rennen, springen, schwimmen und kochen. mein Körper kann sich erinnern, vergessen, lieben und halten. mein Körper ist schön genug, um zum Tanzen aufgefordert zu werden.

stop comparing. love who you are.

 

minusch

 


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