needlessness

Stille

hin und wieder ein zu später oder zu früher Automotor vor den Fenstern

zwei Atemrhythmen unter warmen Decken und der vorsichtige Duft des Tannengrüns in allen Räumen

ich sitze auf einem der verwaisten Kinderbetten und fühle mich heil. die Woche war lang. immer wieder habe ich überlegt: was ist zu viel, was kann ich lassen, was ist heute wichtig und was nicht? und jeder Tag hatte seinen eigenen Zauber an ineinander greifenden Diamantenmomenten aber der Freitag…der war ein kosmisches Feuerwerk. die einzelnen Abschnitte haben auf eine so wunderbare Art funktioniert, dass ich mich frage, ob mir jemand etwas damit sagen wollte (vielleicht ich?).

es begann damit, dass ich zwar um 3:00 wach wurde, aber um 4:30 nochmal einschlief. ein so schönes Gefühl. ich stand ausgeruht und pünktlich auf und räumte die Küche auf und mir kam nicht in den Sinn, zu fragen, ob ich nicht besser etwas anderes tun sollte. es war schön. ich machte mir einen Tee, räumte die Spülmaschine aus, hängte Wäsche ab…schon bald riefen zwei Kuschelkinder aus dem Schlafzimmer und wir kuschelten und kitzelten uns noch eine Weile im Bett. beide standen lachend aus den Betten auf…im Adventskalender waren wieder Geschichten-Steine und beide strahlten: der Kleine hatte eine Sonne und der Große einen Mond mit Sternen. ich denke, wir werden heute abend mal die ersten Geschichten aus den Beuteln ziehen.

der Vater kam, wie meist, etwas arg knapp hier her, aber ich war im Flow. ich machte die Brotdosen fertig, sagte beiden Tschüss und versprach, sie nachmittags abzuholen. ich hatte auf dem Fahrrad Pink Floyd auf den Ohren und kam fast pünktlich in der Schule an, ohne mich anzustrengen. ich schaffte sogar noch ein am Vortag verdusseltes Gespräch nachzuholen. völlig überraschend morgens um 7:40. und über den Schultag kann ich nur sagen, dass es sehr sehr lustig war…

wieder zuhause fand ich im Briefkasten Hinweise auf 3 (!) Pakete. woah…und diese Pakete fanden in den folgenden 60min alle ihren Weg zu mir, ohne dass ich klingeln musste. quasi auf dem Weg raus, Tür aufgemacht und „Ich hab da Päckchen für Sie…“

ja, ich schaute mir ein paar Mal skeptisch über die Schulter.

zu Mittag konnte ich übrigens die Steinpilzravioli essen, die diese Woche irgendwo im Angebot gewesen waren. so ein gutes Mittagessen.

auf dem Weg zum Kindergarten bekam ich zwei Anrufe von Eltern anderer Kinder, ob je eines meiner Kinder mit zu ihnen gehen dürfe. ähm. hä? ich meine: ich hatte mich darauf eingestellt, mit meinen Kindern nur notfallmäßig einkaufen zu gehen und sie dann im Wald rennen zu lassen, weil sie erfahrungsgemäß Freitagnachmittag völlig im Eimer sind und erstmal Platz brauchen. und dann das??? ich konnte aus dem Kindergarten ein kleines Fahrrad einen Helm und eine Tasche mitnehmen. der Rest wanderte ab in andere Familien.

ab diesem Zeitpunkt war ohnehin alles egal…ich kaufte für die Weihnachtstage schon vor, besorgte ENDLICH die Lampen für die Fahrräder (die dort, wo ich sie kaufte, für zwei Sets weniger kosteten als ein Set in den anderen Läden!?!). zuhause schaute ich in die liebevoll gepackten Päckchen und sammelte dann die Kinder ein (wobei sich mein Babysitterproblem für nächste Woche Dienstag wie von Zauberhand löste) und dann schauten die Jungs auch in die Päckchen und teilten die neuen Klamotten unter sich auf. ich saß daneben und fühlte mich so dermaßen weihnachtlich, dass mir der Zimt bestimmt schon zu den Ohren rausstauben musste: meine Jungs, die sonst bei Klamotten irgendwie mäkelig sein können, freuten sich total über die neuen Sachen. und ich freute mich mit.

muss ich erwähnen, dass die zwei noch bis 20:30 FRIEDLICH miteinander im Kinderzimmer spielten, während ich aufräumte? muss ich irgendwem Details unseres Ins-Bett-gehens erläutern? ALLES LIEF VÖLLIG ENTSPANNT! um 21:00 lagen wir im Bett, einigten uns auf „Benjamin Blümchen auf dem Baum“ und schliefen alle drei sofort ein. und durch…breath – believe – recieve: it’s all happening!

heute ist Samstag. mein Kühlschrank ist voll. wir müssen also nirgendwohin einkaufen. ich werde gleich Essen vorkochen für die nächsten Tage und Weihnachten. heute Nachmittag kommt eine liebe Kollegin und besucht uns zum Plätzchen-essen. die Kinder sind stolz auf ihre Geschichtensteine im Adventskalender…und wenn jetzt die Apokalypse losbricht, stehe ich ganz gut da.

wenn ich hier Doofes teile, teile ich doch noch lieber Schönes. gerade fühl ich mich ganz leicht. nicht wirklich schneeflockenleicht, aber schon eher wie ein Teppich als wie Estrich. ich schaue auf die schönen Postkarten über meinem Schreibtisch, genieße die Ordnung hier (Verdammt! ES IST HIER AUFGERÄUMT!!!!) und freue mich auf die nächste Woche…

es wird ein gutes Weihnachten. ganz bestimmt. und ich wünsche Euch allen einen mindestens ebenso versöhnliches Abschluss für dieses Jahr. verdient haben wir es ohnehin alle.

 

Liefs,

minusch

 

 

8 thoughts on “needlessness

    1. also ewig wurde gestern schon mal unterbrochen, aber die Zukunft erscheint plötzlich beeinflussbar. das gibt mir Zuversicht!
      kleine Zeichen, dass ich eben keine unentdeckte Irre bin sondern wirklich die Frau, für die ich mich halte.

      vielen Dank für Deine lieben Wünsche! ❤ sie kommen an.

      minusch

  1. Liebe minusch,

    wie so sehr schön, so Schönes von Dir zu lesen. Es werden mehr solche Tage kommen, auch andere, aber Du wirst den Flow finden, ich bin mir sicher. Genießt Eure Dreisamkeit und erzählt Eure Geschichten. Ich freue mich drauf.
    Herzlich, Juna

    1. Danke, Juna.
      ich hab die Worte Deines letzten Kommentars noch nah bei mir. und ich bin froh, dass ich so schnell etwas Schönes zu schreiben hatte.
      es fühlt sich an, als könnte ich endlich mein Leben (unser Leben) selbst bestimmen und stünde nicht mehr in dem willkürlichen Wind eines anderen Menschen…

      Danke für die Gedanken.

      minusch

  2. „Einfach nur“wunderbar…!!!!!!!!@@
    Unbekannterweise;mein Respekt für soviel Stärke & Sinn für das Wesentliche…
    Weiter so!!!
    Du schreibst sehr besonders…,vielleicht den Mut für ein Buch???
    Zauberhafte Weihnachten für Dich und Deine Kinder,
    Licht&Liebe aus dem hohem Norden;-)

    1. Du bist jetzt die zweite Stimme, die ein Buch anspricht. Danke. ich habe keine Ahnung, ob ich das jemals versuchen würde, ABER: es ist schön darüber nachzudenken.

      und Danke für die guten Wünsche. sie kommen alle an und ich hebe sie mir auf.

      liefs,
      minusch

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