friday – you freaks

nee. nee, nee, nee. dieser Tag kann so nicht abgelaufen sein. no way. das ist zu viel. meine Damen und Herren, beurteilen Sie bitte selbst, ob das ein Tag ist, den es so gegeben haben kann.

Freitag der 3.2.2017 5:20Uhr. ich werde wach. mein rechter Arm ist mal wieder eingeschlafen. als ich mich nach links drehe, schmerzt meine linke Hüfte. ich nicke meinem Körper innerlich zu und gehe duschen. Waschmaschine einräumen und anstellen, Wasserhahn aufdrehen. ich schöpfe keinen Verdacht. alles wie immer. beim Zähneputzen erscheinen zwei kleine Eulen in der Tür. der Große ist wach, wir versorgen die Eulen mit Keksen, ich räume die Spülmaschine aus, ein blauer Blitz im Flur und der Kleine ruft: „Muss aufs Kloho, Mami…“

Rolläden hochziehen, anziehen, Frühstücken, Überraschungsboxen für den Kindergarten machen, Jacken, Schuhe, Rucksäcke, Fahrradhelm und wir kommen noch knapp zum Frühdienst an. alles unauffällig. ich ahne nichts.

„Mamaaaaaa, krieg ich Gummibärchen? Bittööööö“ -„die müssen wir erst einkaufen, Schatz“

„Mamaaaaa, kriegen wir nachher eine Überraschung?“ -„oh, ich muss mal sehen, ja? ich denk mir was aus…“

wegen des Regens entscheide ich mich für den Bus, bringe das Lastenrad zurück nach hause und suche noch schnell Unterlagen fürs Amt zusammen, die ich eventuell brauchen könnte. 4,10Euro für ein Tagesticket (aua) und ich sitze im Bus. weil ich human von den Killers höre, überrollt mich my personal pathos und ich schließe auf twitter alle in die Arme, die den Tweet lesen können. es ist einfach unfassbar, wieviele Menschen meine Berg- und Talfahrt hier wie dort begleiten, covern und mich stützen. sowas hätts ja früher nicht gegeben. high vom Pathos und dem Gefühl, die Welt im Griff zu haben marschiere ich mit der 3. Wiederholung von human zum Amt.

Amt ist auch wie immer. Nummer ziehen, lauter gesenkte Köpfe im Flur. ein lieber Mensch, der gerade in Washington ist (mit meinem Magen-Darm-Virus im Gepäck…sorry) skypt mir freundliche Grüße zu und ich laufe auf dem Gang hin und her, um Netz zu haben (an der Stelle überfällt mich eine Ahnung, dass irgendwas mit dem hiesigen Zeitgefüge nicht stimmen kann). die Dame beim Amt ist freundlich und tippt emsig mit den taupe-manikürten Nägeln auf der Tastatur. das wird schon. ne, so nicht. mal sehen. schönes Wochenende.

jetzt höre ich chasing cars von Snow Patrol auf repeat und singe unwillkürlich mit. wie immer. wenigstens stelle ich fest, dass ich mir die zweite Stimme verkniffen habe, als ich überlege, warum der Bartträger vor mir dauernd so komisch guckt. vielleicht noch Bargeld fürs Wochenende mit den Jungs? zack – Bauchschmerzen – ich geh trotzdem zur Bank und schaue mir blöderweise meinen Kontostand an. bad idea. very bad. ich wusste ja, dass es nicht schön wäre, aber so…verdammt. ich hebe das letzte Geld ab und denke gar nicht darüber nach, was das bedeutet und gehe zum Bus. der Bauch schimpft und zickt und tut weh und ich wünsche mir noch eine Buscopan 2go.

als ich von zuhause aus Magen-Darm-Diät-Tipps nach Washington skype und auf die Wirkung des Buscopan warte klingelt der DHL-Mann. drei Päckchen. eins für den Nachbarn (den mit den Wuschelhaaren und den Kletterschuhen vor der Tür…und der echt netten Freundin *möp*) und zwei für mich. ein Päckchen von O2 mit dem Surfstick (Yeah!) und ein Päckchen von einem fremden Namen und dafür voll mit Wunderbarkeiten für meine Kinder (Gummibärchen – öhm Gummihäschen!!!) und mich.  ich klatsche in die Hände, weil meine Kinder so auch eine Überraschung haben werden und ich die vielen lieben Gedanken spüren kann, die in diesem Päckchen stecken.

mein Washington-Mensch freut sich per skype mit und als ich gerade anfangen will mit Putzen und aufräumen ruft der Kindergarten an. der Kleine hatte schon zwei Mal Durchfall…ich nicke, melde mich auch in der zweiten Gruppe an um den Großen früher mit zu nehmen und mache einen schnellen Versuch, den Surfstick in Betrieb zu nehmen…klappt nicht…öhm…mal den Support auf Twitter fragen:

 

 

die Kinder hatten Lust auf abgeholt-werden (schon 3 Mal Durchfall!) und die Erzieherinnen und Praktikantinnen wirkten erleichtert, da diese Magen-Darm-Pest wohl schon einige Kolleginnen befallen hat. die Aussicht auf eine Überraschung zuhause beflügelte die zwei Jungs immens und wir waren schnell zuhause (leider am leeren Foodsharing-Counter vorbei…was ist denn da los? komplett leer, das Ding!). zuhause spielen wir das neue Memory, bis beide Jungs sauer auf mich sind, weil ich Schummeln blöd finde (what?) und wir einigen uns, dass ich versuche, das mit dem Internet zu regeln, damit wir später Feuerwehrmann Sam streamen können (haha, Trick 17, ich weiß….).

 

wie ihr seht, war ich bestens in Form UND gut gelaunt! ich kenne diese Hotline-Warterei ja inzwischen schon ganz gut…naja…eine liebe Twittererin hat nicht ganz so viel Geduld und besteht darauf, dass wir das auch ohne Support hinkriegen. es beginnt eine Phase regelrechter Verunsicherung und verzweifelten Lachens. fürs Protokoll: ich knie vor dem Sofa, auf dem mein MacBook steht, hinter mir das Verpackungsmaterial des Überraschungspaketes und ein Kind, dass hysterisch „Es schneiiiit“ ruft und Styropor schmeißt, ein anderes Kind im Bad mit dem Slogan „Mamaaaaa, ich hab Kackaaaaaaa!“ und eine piepsende Waschmaschine…am Telefon eine amüsierte Stimme mit Potenzial zur Konzentration, die auf dem Handy Screenshots von irgendwelchen Tutorials durchscrollt und sich mit mir wundert, wieso ich all das, was sie da sieht, nicht sehen kann.

„Wie heißt denn der Surfstick?“

– „HUAWEI“

„Das wird Huäwäh ausgesprochen…“

-„Ach nein, wie passend…“

ich nicke dem Großen zu, als er Benjamin Blümchen im Schlafzimmer hören möchte und unterschätze dabei, dass der Lautstärkeregler sich außerhalb meiner Kabelreichweite befindet („ICH FAHHHHHRE!!!“ -„Aber Herr Blümchen…!“).

in meiner Verzweiflung bin ich nur noch am Kichern. ich nehme an, ich klinge wie eine trutschige Schnaps-Schnecke auf Bier und frage mich selbst auch, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe.

„WIR WOLLEN KIKA! WIR WOLLEN KIKA!“…die Demo war nicht angemeldet und trifft mich eiskalt. die Waschmaschine piept verzweifelt und ich frage mich, was meine Telefonfee meint, wenn sie vorschlägt, mal zu schauen, ob ich einen Treiber finden kann. für die Kinder? sowas gibts???

-„Wie wäre es mit der neuen DVD  au dem Überraschungspaket? „der kleine rote Traktor“, hm?

„WIR WOLLEN TRAKTOR! WIR WOLLEN TRAKTOR!“

ok, ich sollte ernsthaft das Gespräch mit Trump suchen. so schwer ist das offensichtlich gar nicht. die Kinder werden vor dem Fernseher per Kopfhörer angekettet. die Waschmaschine piept. aus dem Telefon die Frage: „möchtest Du vielleicht die Waschmaschine mal aussch…“ – „NEIN!!!! ICH STEH DAS DURCH!!!“

„Mama, warum lachst Du?…“

ich weiß es doch auch nicht, Kind. ich hab keine Ahnung wovon die Frau da am anderen Ende der Verbindung redet und wir einigen uns darauf, dem Support von O2 noch ne Chance zu geben.

ich hänge also parallel dazu in der Warteschleife der DSL-Kunden-Hotline, die mir nach 29min mitteilt, dass ich zu den Handykunden muss und dort dass ich zu den Gurus muss und dann hab ich J. am Ohr. eine freundlich herbe norddeutsche Stimme, leicht amüsiert (er:“was für ein Mabook haben Sie denn?“ ich:“pro?“ er:“ach, und welches Betriebssystem?“ ich:“ja“ er:“ja prima! wann war denn das letzte Update?“ ich:“ ich hatte mal eins…ich erinnere mich noch…“). erst als er anfängt, mir als Alternative zum Surfstick den HotSpot zu empfehlen (er: „Der ist so klein, den können Sie im BH mitnehmen…“ ich:“ ach, und als Mann in dieser kleinen eingenähten Tasche in der Unterhose?…“ er:“ *kicher* jetzt hab ich Kopfkino…“ ich:“gar nicht, das ist ne Geschäftsidee!“ er:“das würde Beziehungen verändern..“ ich:“Schatz, kann ich mal an Deinen HotSpot?…“).

zwischendurch sehe ich den Tweet mit dem Typ und dem Regenbogen.

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spätestens da war alles egal.

long story short: ich hab immernoch kein Internet, aber ich bin wenigstens nicht selbst daran schuld. Yeah! Bauchweh ist noch nicht weg, aber, hej, dafür hat ja jetzt noch ein Kind Durchfall. nee, aufgeräumt ist nichts, aber ich bin mir sicher: so sehr ich den O2-Onlinern den Tag mit meinen Mentions verstopft habe, so sehr hab ich den Guru mit meinem durchgehenden Gelächter erfreut.

Leute, das war verrückt. und jetzt beende ich den Fernsehmarathon in meiner Familie und wende mich wieder der Literatur zu. noch zwei Kapitel kleines Gespenst bis Tiefschlaf und vielleicht tut morgen der Bauch noch ein bißchen weniger weh und der Stuhlgang ist noch ein wenig fester und wir sind dem 15.2. wieder ein Stückchen näher, dann gibts nämlich Kindergeld.

 

liefs,

Minusch

 

 

 

 


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