abgedacht

mit jedem Eintrag editiere ich mein Bild von mir selbst in meinen Gegenüberen
mit jedem Wort setze ich ein Moasiksteinchen in die Decke der Kapelle
und jede Leerzeile öffnet die Lippen für ein Versprechen
unausgesprochen
und ungültig

manchentags ist mir mehr nach Stille in diesem Gebälk
an manchen Tagen wünschte ich
die Katze wäre noch hier

zu schaukeln liegt mir nicht mehr
und diese Bilder ebenso wenig

aber was bleibt mir zu tun

ich könnte die Fenster öffnen
den Wind über das Laminat blasen lassen
und hoffen, dass er trennt, was getrennt gehört

ebenso kann ich alles verschließen
in mir selbst anhalten
Zeit, Luft und Spielzeugautos
alles anhalten
für einen ewigen Moment von Stille

als Nährboden für zukünftiges Gebirg voller tönender Wolken

nach wie vor editiere ich mich
lese ich aus mir Bilder
knarze ich beim letzten Gedanken zwischen Licht und Nichtlicht
völlig unklar
woher ich an der See ein Gebirge auch nur denken könnt


2 Gedanken zu “abgedacht

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