kleine Schritte bitte

da ich auf Twitter doch noch relativ abstinent bin (ich finde nach dem Schreck nicht zurück…irgendwie beantworte ich hauptsächlich DMs und fühle mich ansonsten irgendwie außerhalb) steigt mein Mitteilungsbedürfnis eben hier. so ist das mit mir. ich möchte mitteilen. Kontakt haben. antworten. und es nervt mich, wenn ich nicht direkt antworten kann, sondern auf einen Zeitpunkt warten muss. aber das ist, ihr ahnt es, ein eher sekundäres Problem.

was ist eigentlich genau das, was mir hilft, in meinem Alltag? oder: was würde mir helfen?

diese Frage kristallisiert sich irgendwie beispielhaft aus meinem Schreiben hier heraus. und ich möchte Euch gern einen weiteren Einblick geben.

Hasenherzsche Hilfskonstruktionen für ihr worst case-Szenario unterteilt in prä, ist und post und aufgeschlüsselt nach emotional, körperlich und wirtschaftlich.

prä-Trennung

in meiner sich entwickelnden Beziehung zu dem Vater meiner Kinder habe ich von Anfang an „gewusst“, dass irgendwas nicht stimmt. ich fühlte mich nie sicher. dabei lag dieses lack of safety nicht an meiner Instabilität sondern an der konkreten Erfahrung in anderen Beziehungen, dass ich dazu in der Lage bin, mich sicher zu fühlen. weil ich mich aber nie sicher fühlte, hatte ich von Anfang an das Bedürfnis, mich für den worst case zu wappnen. soll heißen: ich versuchte immer wieder, mich zu vergewissern, dass ich das alles auch alleine kann. was gnadenlos schief ging, immer wieder.

emotional bedeutete das eine Herausforderung auch für meinen Partner, der sich sicherlich auch gewünscht hätte, dass ich mir mit ihm immer voll sicher bin und den so wahnsinnig geärgert hat, dass ich es nicht bin. das wiederum machte mir ein schlechtes Gewissen, ich versuchte die Ungewissheit wieder loszuwerden und immer, wenn ich alleine scheiterte (beispielsweise mit einem 1jährigen schreienden Kind im Treppenhaus, das erst warten musste, bis ich das Baby 3 Stockwerke hochgetragen hatte, weil ich nicht beide gleichzeitig tragen konnte) erinnerte mich das an meine Abhängigkeit und ich bekam wieder Angst vor dem Moment, an dem ich mit allem alleine bin.
auffangen konnte ich das Ganze nur rudimentär durch innere Großzügigkeit für meine eigenen Lernprozesse.
ich wurde als Mama ebenso geboren wie meine Kinder und brauchte mindestens dieselbe Zeit, um Lösungen für die sich ständig wechselnden Probleme zu finden. das machte es nicht einfacher. aber es half, mich nicht in Selbstzweifeln aufzuknöpfen.

physisch war mir direkt bewusst, dass ich, um einer Überlastungs-Depression vorzubeugen, Bewegung brauche. dringend. gleichzeitig erreichte ich einen Erschöpfungsstand, den ich noch nicht kannte und kämpfte so gegen meine Müdigkeit, gegen seine Arbeitszeiten, gegen die Trennungsangst der Kinder und also gegen jede Wahrscheinlichkeit. das war nicht so gut. es kostete enorm viel Kraft und brach mit jedem Infekt in sich zusammen wie ein Kleinkind-Bauklotz-Turm. aber: die vielen Neuanfänge halfen dabei, mir zu merken, dass ich a) nie bei 0 anfange, selbst wenn ich neu anfange und b) immer wieder anfangen kann!
eine wirklich wichtige Erkenntnis! ich entwickelte keine sagenhaft schöne Bauchmuskulatur, ich wurde nicht besonders leistungsfähig, ich rannte nicht schnell und ich kam nie in den Fortgeschrittenen-Bereich meiner Yoga-App. aber ich fing immer wieder an. ich mutete mir mich immer wieder mit diesem Bedürfnis zu. meine Kinder kennen meine Yoga-Matte. sie kennen die Laufschuhe. sie wissen, dass ich gerne schwimme. egal was ich jetzt anfange: ich fange nicht bei 0 an.

wirtschaftlich war das alles wahnsinnig schwer zu halten. innerhalb der Beziehung schwankte unsere Kommunikation zwischen „ach, Du, wir haben genug“ und „wegen Dir und den Kindern habe ICH zu wenig“. ich brauche nicht erwähnen, dass ich 90% unserer Beziehung mehr als dazu verdiente. glücklicherweise war ich zu Schwangerschaftsbeginn nämlich in Vollzeit mit Schichtdienst angestellt gewesen. und da mein zweites Kind innerhalb der laufenden Elternzeit in meinem Bauch heranwuchs und ich nur zwei „leere“ Tage zwischen Ende der Elternzeit 1 und Anfang des Mutterschutzes 2 hatte, ging beides ineinander über. dann bezog ich ALG I. dann arbeitete ich 6 Monate für meinen Bruder und verdiente dazu. dann kam der Rest vom ALG I. dann wollte ich mich selbständig machen (mit einem Catering für Krabbelstuben und Kinder und vielleicht irgendwann einer Familienküche und…und…), was am Kleinen scheiterte, der von jetzt auf gleich nicht mehr in die Krabbelstube wollte. dann nahm ich einen Job als SozPäd an und verdiene seit dem knapp 4stellig im Monat mein Gehalt für etwa 25h/Woche Arbeit.
<<DAS ist gerade mein größter Sicherheitsfaktor!
ja, das Arbeiten kostet Kraft. manchmal verfluche ich die Schulzeiten.
ABER:
es sichert mir einen Tagesrhythmus.
es sichert mein Gehalt.
es signalisiert Ämtern, dass ich was tu.
es legt die Grundlage für andere Hilfen.
es ermöglicht mir Kontakte.
es verschafft mir Erfolgserlebnisse.

wirtschaftlich bedeutet das vor allem, dass ich kein Hartz IV beziehe. ja, durch die anderen Hilfen bin ich in der Belegpflicht, was meine Einkünfte angeht. aber ich bin auch abgesichert. und was ich völlig unterschätzt habe: für die Menschen, die meine Anträge bearbeiten, zählt es was, dass ich was tu. dass ich mir Informationen geholt habe (ich habe mich schon während der Beziehung über Anlaufstellen bei häuslicher Gewalt bemüht und herausgesucht, welche Hilfen ich beantragen kann und was ich dafür brauche), dass ich mich kümmere.
ja, das ist fies. und es kommt mir billig vor, dass ich mit meiner Vorerfahrung und meinen Quellen mehr Hilfe bekommen könnte, als eine depressive Single-Mom ohne Job. aber: es ist eine Realität, die mir auch genauso ins Gesicht gesagt wurde.
bevor ich mich getrennt habe, wusste ich schon, wieviel Hilfe ich in etwa bekommen kann. abgebrüht, was? aber sehr sehr wichtig…denn:

ist-Trennung

eine Trennung im Beisein von Kindern zu regeln ist gelinde gesagt ein Alptraum. die Kinder bekommen jede Änderung in der Atmosphäre mit und ich konnte ihnen beim reagieren zusehen. beide Kinder hatten unterschiedliche Reaktionszeiten. einer flippte verlässlich nach 24h aus und einer nach etwa 36h. aber immer heftig. verletzend. und bedrückend.

emotional bedeutete das für mich, dass ich aus dem Ausgleichen kaum noch rauskam. und das bedeutete für mich, dass ich nicht gut auf mich schauen konnte. ich weiß nicht, wieviel Kraft der Vater meiner Kinder aufgewandt hat, um sich zu beherrschen, auf jeden Fall reichte es nicht. wir fühlten uns voneinander unentwegt provoziert. es gab Versprechungen, uns gegenseitig zu helfen und Verweise darauf, dass doch besser werden müsse, wenn wir getrennt seien. es gab Nervenzusammenbrüche, schrille Stimmen und Vorwürfe. er wollte allein bestimmen, wann er auszog. es gab unfassbar viele Gemeinheiten und Spitzen und Streitereien über Möbelstücke, relativiert davon, dass es ja doch eigentlich egal sei, aber aus Prinzip immer wieder aufgewärmt. ich konnte mich auf nichts verlassen. ich hatte schon viel über diese Phase gelesen und weigerte mich doch lange, das Schlechteste anzunehmen…leider bestätigte es sich immer wieder. er konnte machen, was er wollte. aber wenn ich austickte, hatte das derbe Konsequenzen für mich (und auch die Kinder).

in dieser Phase war es unmöglich, Stabilität zu erreichen. ich lebte in einer Megaschiffschaukel. das eine Extrem war die Vorfreude auf die Freiheit und das andere die Panik vor der Aufgabe und beides wurde immer wieder angeschuppst von den Streitereien.

und der Alltag lief ja auch noch weiter. Arbeit, Haushalt, Weihnachtsvorbereitungen…

körperlich war ich schon sehr schnell nicht mehr in der Lage, Yoga zu machen. ich stand nach seinem Auszug noch drei bis vier Mal früh morgens um 5 auf um auf der Matte zu turnen, dann ging es nicht mehr. meine Schlafstörung (immer um 5:20Uhr aufzuwachen, weil das die Uhrzeit war, als er mich Ende Mai aus dem Bett gezerrt hatte) versteckte sich in dem kindlichen Schlafrhythmus: ich schlief regelmäßig mit meinen Kindern um 20:00 ein und wachte dafür um 4:00Uhr auf. das verschob mein biorhythmisches Tief nach vorne auf etwa 12:00Uhr, was bedeutete, dass ich in der Schule unfassbar müde wurde. und ebenso wurden die Abende für mich unerträglich hart: um 19:00 Uhr war ich schließlich schon seit 15h aktiv und wollte selbst nur noch schlafen. und die Kinder wollten nicht Zähneputzen und keine Schlafanzüge anziehen…jeden Abend gab es hier Schreierei, die uns dreien nicht gut tat. der Vater meiner Kinder war noch zwei Mal abends hier, um mir zu ermöglichen zum Salsa-Tanzen zu gehen und einmal für eine Weihnachtsfeier…aber das ging so dermaßen schief, dass er das Angebot nicht mal mehr machte (er hatte mir versprochen, mir auch freie Abende zu verschaffen, damit ich mal ausgehen könne…hahahaha).
ich habe keine Ahnung, ob ich in dieser Zeit zugenommen habe. immerhin fahre ich ja jeden Tag knapp 16km mit dem Fahrrad und bin aus Kostengründen auch den ganzen Winter Rad gefahren. fitter bin ich auf jeden Fall nicht. und ich fange auch kaum etwas an. ich war einmal Laufen während die Kinder die zweite Schnupperstunde im Turnen hatten. ich habe zwei drei Mal versucht, Yoga zu machen, aber sobald ein Kind gelangweilt ist, bin ich so genervt, dass ich die Matte in die Ecke pfeffere. Schwimmen hat zwei Mal geklappt. seit dem bin ich wieder zu müde.
ja, es wäre gut, mehr zu machen. nur: mit der Gefühlswelt der Kinder im Nacken sehe ich einfach noch keinen Weg. ich hätte echt gern einen regelmäßigen Babysitter um montags zum Salsa gehen zu können. aber ich füge mich da rein, dass das gerade nicht so einfach wenn nicht sogar vorübergehend ausgeschlossen ist.

was ich einschränkungslos empfehlen kann: Masturbation! wenn ich merke, ich habe keine Nerven für Yoga oder PME, dann hilft Masturbation. die Anspannung der Muskulatur und das plötzliche Loslassen entsprechen dem Entspannungsreaktionstrigger der progressiven Muskelentspannung.
UND Sinnlichkeit hilft, die Wahrnehmung für sich selbst zu üben. eine ganz kurze kleine Pause vor dem Einschlafen. oder mittags.

wirtschaftlich war diese Phase eine totale Katastrophe. die Hilfen, die ich beantragen wollte, griffen ineinander. also: die Berechnung der einen Hilfe legte die Bewilligung der anderen zugrunde und alle hatten gemeinsam, dass sie nur so gewährt werden können, wenn ich allein in der Wohnung gemeldet bin, wofür sich das Ex hätte abmelden müssen, was er fast 3 Monate lang nicht machen wollte. ja, es gibt Möglichkeiten, einen anderen abzumelden, aber die sind kompliziert und ich werde die hiesige nicht hier erklären. aber das Einwohnermeldeamt kennt solche Fälle und hilft. dauert nur.
also: ich bekam abgesehen von meinem Gehalt von November bis Februar keine weiteren Hilfen. und ich habe mir sagen lassen, ich sei schnell gewesen.
mir war das nicht klar!
hätte ich das geahnt, hätte ich an Weihnachten mehr gespart und auch vorab mehr darauf geachtet, Rücklagen zu bilden (was schwer gewesen wäre).
aus diesem wirtschaftlichen Chaos bildete sich eine dicke Existenzangst. ich schaute öfter beim Foodsharing-Counter vorbei und nahm zwischen den Jahren bei einem Stand der Tafel etwas zu essen für uns mit (voller Scham, weil ich ja eigentlich keine Berechtigung für die Tafel vorweisen konnte…aber es wurde uns so nett geschenkt).
wichtig war für mich, selbst zu kochen und mein level an liebevoller Essensgestaltung zu halten. zum Glück kann ich gut kochen und gut haushalten und noch besser improvisieren. das sorgte auch für Erfolgserlebnisse. aber: die Existenzangst ist heftig. sie wurde hier abgefedert. durch Freunde und Care-Pakete. das hat sowohl meinen Kindern als auch mir die Herzen gewärmt. es ist nur: das in diesem Zustand erleben zu müssen kostet enorm viel Kraft. das Strahlen wird blasser. die Stimme dünner. die Nerven brüchiger.
das hatte ich so nicht kommen sehen.

post-Trennung

was das Emotionale angeht bin ich inzwischen definitiv am Boden angekommen. ich habe keinerlei Unterstützung mehr durch den Vater meiner Kinder und hätte niemals gedacht, wie viel mehr Kraft es kostet, aus dieser Situation heraus zu leben. der Verzicht auf vieles, was mir wertvoll war, hat mich anfällig gemacht für Situationen, in denen ich wieder verzichten muss. ich werde da schnell aggressiv. sehr schnell. und sehr unkontrolliert. es fällt mir schwer, darüber Kontrolle zu bekommen. ich bereite mich innerlich auf so etwas vor. ich checke meine Grenzen und ich entschuldige mich, wenn ich irgendwo zu weit gehe. aber ganz verhindern kann ich es nicht. dafür habe ich zu wenig Ressourcen.
selbstverständlich versuche ich, mir Hilfen zu installieren. aber alles, was ich anleiern muss, kostet Kraft. immer wieder. jedes Mal, wenn ich meine Situation neu schildern muss, schmerzt es neu und zieht mich runter. ich bin nicht stolz auf meine Schritte. ich war dazu gezwungen.
ich bemühe mich, mir einmal die Woche etwas Gutes zu Essen zu gönnen. ich bemühe mich, mir dann Pausen zu nehmen, wenn ich sie brauche. nur: ich merke nur noch mit Verzögerung, dass ich eine Pause gebraucht hätte, weil ich den ganzen Tag mit Bedürfnissen und deren Analysen beschäftigt bin. ich bin gerne SozPäd. aber manchmal wünsche ich mir einen blöden PC vor dem Gesicht und bescheuerte Excel-Tabellen, denen egal ist, wie ich aussehe.

am Schlimmsten ist die Einsamkeit, die entstanden ist. als er noch ab und zu die Jungs für eine Nacht mitgenommen hat, konnte ich mich mal verabreden. heute kostet ein Date mich mindestens 40,-, wenn ich abends ein paar Stunden Freiheit haben will. und in den 40,- sind kein Eintritt, kein Essen und keine Getränke drin. die Rechnung erledigt sich von selbst sehr schnell. mal ganz davon zu schweigen, dass es sicher nicht besonders viele Männer gibt, die Bock auf ein Date mit einer Frau haben, die keine weiteren Dates garantieren kann.

ja, es gab einen, der mich so toll fand, dass er das in Kauf nehmen wollte. aber dieser jemand scheiterte dann doch an meinem Angstbollwerk. Unsicherheit schaltet bei mir sofort die Notfallstromversorgung an, die Schotten krachen zu und ich stelle auf Angriff. was soll ich machen? ich hätte es gern anders. würde ich regelmäßig den Kopf frei kriegen, ab und zu mal ein Wochenende wegfahren, regelmäßig Yoga machen oder ab und zu Laufen gehen, wäre das sicherlich einfacher. tja. ist es nicht.

was mich direkt dazu führt, dass meine permanente Einsamkeit mich traurig und verletzlich macht. dass ich Ängste vor Alltagssituationen entwickle, die für mich einfach anstrengend sind. dass ich Rückenschmerzen habe, die ich einfach nicht wegbekomme. dass meine Neurodermitis ausgebrochen ist wie lange nicht. dass ich Heißhungerattacken habe…dass ich mich nicht mehr so richtig hübsch finde.

die Zeit mit diesem Menschen, der sich um mich bemüht hatte, fand ich mich wunderschön. das mal als Einwurf. es hat so gut getan, begehrt zu werden. berührt zu werden. er hatte so sanfte Hände und konnte so gut massieren. er hat mich in den richtigen Momenten angefasst. einfach eine Hand auf der Schulter oder am Arm. das hat so gut getan. umso härter ist der Verlust…

wirtschaftlich ist jetzt alles (auch mit Eurer Hilfe <3) gesichert. ich weiß, wieviel ich im Monat zur Verfügung habe und damit kann ich haushalten. gut, ich kann mir nicht regelmäßig Babysitter leisten, aber das liegt auch daran, dass ich vorsichtig bin und Geld für den Sommer aufheben will. ich habe günstige Zugtickets an die Nordsee gekauft und will mit den Kindern dort zelten. und weil ich alleine alles tragen können muss, muss ich vieles hier lassen. Essen zum Beispiel. und ich brauche die Sicherheit, jederzeit zurückreisen zu können, sollte etwas sein. dafür spare ich. so gut ich kann.

…da stehe ich. so sieht der Aufbau hinter dem Leben aus. die Strukturen hinter den Entscheidungen. die Ängste haben ihre eigene Dynamik. nach der letzten Woche habe ich etwas Kraft gewonnen, weil ich Hilfe hatte. gleichzeitig fürchte ich meine Müdigkeit. ich habe mir vorgenommen, hier den Hofflohmarkt zu wuppen, weil ich sonst meinen Krempel kaum zu einem Flohmarkt geschleppt bekomme. und ich habe Angst davor, dass ich mich mit etwas so Nettem übernommen haben könnte. das Schöne ist verknüpft mit Angst. grundlegend. eine schöne Begegnung trägt ihr Ende in sich. eine Hilfe bedeutet auch das Ausbleiben der Hilfe, wenn es woanders brennt. diese Balance ist zum Kotzen. die Spannung ist heftig. denn bei all der Analyse gibt es hier zwei lebendige kleine Jungs, die meine Liebe brauchen. meine Zugewandtheit. meinen Trost. meine Struktur.

ja, ich breche immer wieder zusammen. ich weine viel. ich stehe immer wieder auf und fange von vorne an. "Mama, kommst Du ins Kinderzimmer, wenn Du fertig bist mit weinen?" -"Ja, sicher Schatz…ich bin bald wieder da."

liefs,
Minusch

6 thoughts on “kleine Schritte bitte

  1. Ich mag Dich drücken…
    Unsere Situationen und Gefühle scheinen gerade sehr ähnlich zu sein >3

    Du bist so stark und mutig. Ich zögere noch mit dem Kind allein zu verreisen. Zu groß ist die Angst und zu präsent das „du schaffst doch eh nichts alleine“

  2. Danke, so unendlich danke, dass Du all das mit uns teilst. In meiner derzeitigen Lebenssituation eine so gründliche Analyse zu lesen von jemandem, der schon ein Stück weiter ist als ich, finde ich befreiend, Mut machend (trotz all der Schwierigkeiten, von denen Du berichtest). Es tut mir einfach gut und ich überlege, selber mal so öffentlich zu analysieren.

    Mein Lieblingsabschnitt:

    „in dieser Phase war es unmöglich, Stabilität zu erreichen. ich lebte in einer Megaschiffschaukel. das eine Extrem war die Vorfreude auf die Freiheit und das andere die Panik vor der Aufgabe und beides wurde immer wieder angeschuppst von den Streitereien.

    und der Alltag lief ja auch noch weiter. Arbeit, Haushalt“. <— tja, in dieser Phase befinde ich mich gerade. Wann zieht er endlich aus? Soll doch besser ich gehen? Mit Kindern, oder ohne sie? Und dann treffe ich Entscheidungen und es zieht sich trotzdem alles. Ohne Kinder hätte ich schon ganz anders gehandelt. Und schneller. Viel früher. Und die provozierten Streitereien, die Spannungen, Gereiztheit. All die negativen Gefühle aushalten, weg von den Kindern, das zerrt unheimlich und gelingt eben auch nicht.

    Und dann da noch der "Neue", das kenn ich auch. Das war nicht so geplant, es kam einfach. Ganz viel tiefes Gefühl auf beiden Seiten, aber ebenso die Altlasten und schwersten Verwundungen, die so viel behindern und alles unendlich kompliziert machen.

    Darf ich Dich evtl rebloggen? Ich schreibe derzeit viel in mein "Gesankenbuch", so ne Art Tagebuch für Gedanken und Gefühle. So schreib ich mir vieles von der Seele, aber letztendlich bleibt alles bei mir. Feedback durchs bloggen, sofern man ihn bekommt, kann aber sehr unterstützend wirken.
    Ich glaub, Du machst das alles klasse. Jeder von uns hat sein Säcklein zu tragen, bei nanchen eher ein riesiger Sack. Dinge von gestern, die uns aber heute beeinflussen, leider eben auch negativ und damit das Morgen mitgestalten. Das ist mit das schlimmste auch für mich.

    1. hej Du…ich bin froh, dass Du das nicht entmutigend findest. das würde ich auch verstehen. und ich bin froh, wenn es beim Sortieren hilft, was ich schreibe. denn wenn ich eines bescheuert finde, dann ungenutzte Erfahrungen.

      Du darfst das hier rebloggen, wenn Du das willst. alles ok.

      ich würde Dich gern knuddeln. so wie ich in der Phase auch geknuddelt wurde. (und ich halte Dir die Daumen, dass Deine neue Erfahrung von Nähe sich einpendelt auf etwas, was Deinen Alltag erträgt ohne zu kollabieren! Geduld wäre nach meiner Ansicht die jetzt wertvollste Tugend, die ein anderer Mensch mitbringen müsste).

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