was hatte ich Respekt vor dem Rotkohlkochen. meine Mutter hat das immer als Megaufwand beschrieben und war danach total stolz, dass ihr Rotkohl so lecker war. ich hab den auch immer gern gegessen. und irgendwann dachte ich: ey, wenn ich ein Risotto hinbekomme, wird doch wohl auch Rotkohl gehen, selbst wenn ich keinen Schnellkochtopf habe!?

was soll ich sagen: es ist echt wahnsinnig leicht. auch ohne Schnellkochtopf! und weil das so leicht geht und Rotkohl sehr günstig ist, ist es auch ganz leicht, Variationen zu probieren, wenn einem klar ist, wie die Basics schmecken. daher teile ich ganz arg stolz mit Euch dieses Rezept vom letzten Wochenende.

der zweite Teil, die Apfelsaft-Lebkuchen-Rahmsauce, ist sowas wie ein Klassiker meiner Küche. ich liebe nämlich Knödel und Spätzle und Schupfnudeln, aber ich hab in der Regel keinen Bock, die passenden Rindsrouladen, das entsprechende Gulasch oder irgendein Geschnetzeltes herzurichten. die Mega-Alternative sind: Pilze! aber weil Pilze und Knödel gemeinhin etwas zu trocken sind für den wahren Genuß, war der erste Aha-Effekt das Ergebnis eines etwa 1jährigen Rumtüftelns, für das mich schon so mancher für übergeschnappt erklärt hat: eben die Apfelsaft-Lebkuchen-Rahmsauce.

tja, und folgend den aktuellen Foodtrends und der Saison und den klassisch weihnachtlichen Aromen, kann ich Euch beides für ein weihnachtliches Essen nur empfehlen. mich macht es glücklich. ich hoffe, Euch auch. 🙂

Birnen-Brombeeren-Rotkohl

Du brauchst:
1 Rotkohlkopf (etwa 1,5kg)
2 Zwiebeln/Schalotten
1-2 Birnen
2 EL Kokosöl
1 Glas Brombeermarmelade
2 EL Zucker
3 EL Balsamico
1 TL Salz
6 Wacholderbeeren
2 Nelken
4 Pimentkörner
2 Lorbeerblätter
200ml Brühe

– löse die äußeren Blätter vom Rotkohl, viertel ihn und entferne den Strunk. schneide dann die Viertel in feine Streifen (meine Mutter benutzte immer eine Brotmaschine, aber ich mag das Gefühl, beim Durchschneiden des Kohls….); würfel die Zweifel und würfel die Birne
– erhitze das Öl in einem großen Topf und dünste die Zwiebelwürfel darin an; gib dann etwa die Hälfte des geschnittenen Rotkohls sowie die Birnenwürfel dazu und brate alles etwa 5min lang an
– lösche das Gemüse mit dem Balsamico ab und lass ihn einkochen; gib dann die Gewürze dazu und rühre sie unter
– gib dann den Rest des Rotkohls in den Topf, lasse es aufkochen und gare es etwa 1h bei schwacher Hitze mit geschlossenem Deckel

Du kannst selbst entscheiden, wie bissfest oder zart Dein Rotkohl werden soll. ich mag etwas nicht zu zartes aber auch nicht festes, daher haben bei mir 45min gereicht.

wenn der Rotkohl fertig ist, kannst Du versuchen, die Gewürze zu finde, oder Du lässt sie als Glücksbringer drin. zumindest die Lorbeerblätter sind ja leicht zu erwischen. dann kannst Du ihn entweder noch heiß in abgekochte Gläser abfüllen oder abkühlen lassen und in Gefrierbeuteln einfrieren.

PS: wie Ihr alle wisst, zählt Brombeermarmelade zu den Gewürzen und kommt mit denen dann dazu…*hust* Pardon…die Eile, die Eile. Bloggen ist wie Autofahren: es sollte nicht unter Zeitdruck gemacht werden…

Apfelsaft-Lebkuchen-Rahmsauce

Du brauchst:
eine Schale braune Champignons (keine Sorge, weiße gehen auch…;-))
1 Zwiebel/Schalotte
Apfelsaft
2 EL Butter
eine Dose Sahne
Lebkuchen (egal wie hart)
1 Lorbeerblatt (oder die zwei Lorbeerblattl vom Rotkohl)
Pfeffer und Salz

-putze und halbiere oder viertel die Champignons; würfle die Zwiebeln
-lasse die Butter in der Pfanne zergehen, dünste die Zwiebeln kurz an und gib die Pilze dazu
-lass die Pilze in der Pfanne anbraten, bis sie glänzen und salze und pfeffere sie leicht
-lösche dann die Pilze mit dem Apfelsaft ab. ich lasse den Apfelsaft etwa 1cm in der Pfanne stehen und ihn dann einreduzieren; nach 5min gib die Sahne und das Lorbeerblatt dazu und lasse auch die Sauce einkochen;
-der Lebkuchen kommt ganz zum Schluß zum Andicken in die Sauce. dafür wird er zerkrümelt und in die Sauce gerührt. die Menge ist abhängig von Deiner gewünschten Konsistenz! bei dieser Portion reichte mir eine Scheibe Frühstückskuchen (aber ich glaube, es geht auch mit Schokolebkuchen…ooohhh…warum hab ich gerade keine Pilze da?…)

Das Ergebnis ist eine sehr cremige (ja, auch sättigende) Sauce mit feinwürzigem Geschmack. ich kann mich da reinlegen. 🙂 mit Knödeln reichte die Menge für 2 Erwachsene und zwei Kinder mit moderatem Hunger. wenn danach noch eine Mouse au Chocolat als Nachtisch kommt, sind alle satt. meine Meinung. 😛

Liefs,
Minusch

PS: die Bilder sind nicht sooooo toll, weil ich das alles recht spontan auf Zuruf verblockt habe…nächstes Mal fotografiere ordentlicher und mit Petersiliensträußchen. versprochen.)

IMG_5482

5 thoughts on “Birnen-Brombeeren-Rotkohl und Apfelsaft-Lebkuchen-Rahmsauce

  1. Das klingt sehr lecker, darf ich dazu eine Frage stellen: Was passiert mit dem Glas Brombeermarmelade? Gehört die mit zu den Gewürzen, die eingerührt werden bevor der Rotkohl eine Stunde kocht?
    Vielen Dank für das tolle Rezept!

    1. Du hast vollkommen Recht mit der Frage! Schließlich könnte ich mir auch einfach nebenher ein Brot schmieren, damit ich die Stunde aushalten kann, bis das Gemüse gar ist. ^^

      nee, kommt mit den Gewürzen dazu. hab ich nur vermasselt aufzuschreiben. Pardon!

  2. „… würfel die Zweifel …“

    Ach, wenn es so einfach wäre: ‚Zweifel‘ würfeln, garen, essen, verdauen – und weg sind sie….

  3. „… würfel die Zweifel …“

    Ach, wenn es so einfach wäre: ‚Zweifel‘ würfeln, garen, essen, verdauen – und weg sind sie….

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