ausschlafen

ich habe die letzten zwei Nächte ausgeschlafen. ja, mein kleiner ist gerade krank und wir müssen morgens nicht zeitig los. aber das nicht-Ausschlafen-können hatte ja andere Gründe…

wenn jemand fragt, wie Crowdfunding sich auf einen Menschen auswirken kann, wäre meine Antwort: erst aufregend und dann beruhigend. ich habe Entscheidungsspielraum geschenkt bekommen. und Sicherheit. gut, innere Ruhe nicht so, weil hier einfach viel zu viel zu regeln ist und ich meine Energiereserven gut einteilen muss. und zwischen Kisten zu wohnen ist zwar extrem lässig, aber ich hab mir schon x-mal ein Körperstück an irgendetwas angehauen, was sonst nicht da steht. ich will mich nicht beschweren. ich weiß, dass das dazu gehört. nur…naja, die Aufregung in und um einen Umzug kennt sicher jeder.

ich schaue also auf die Kampagne und bin dankbar für das, was uns geschenkt wurde. denn tatsächlich ist es mehr als das, was da steht.

da ist Vertrauen in meine Version der Geschichte (jedem dürfte klar sein, dass die andere Seite ein anderes Bild von mir zeichnen würde). Vertrauen ist etwas sehr kostbares. und es fühlt sich auch so an. ja, einige Menschen kennen mich und wissen, wie ich bin und wie ich die Geschichte über das Aufgeschriebene hinaus erzähle. aber die meisten kennen mich nicht. nicht mal virtuell. Danke Euch allen, dass Ihr gemeinsam hinter mir und meiner kleinen Familie steht.

da ist die Bereitschaft, etwas abzugeben. mit 20,- Euro kann sich ein Mensch einen schönen Kinoabend machen. mit 50,- kann dieselbe Person noch jemanden einladen. vielleicht reicht es auch für 3 Stunden Sauna. oder schon fast für Sushi. 5,- Euro wären fast ein Kasten Wasser oder einmal Pommes und eine Limo. 200,- sind zwei Großeinkäufe für eine kleine Familie, die etwa vier Wochen lang vorhalten. ich kenne Euch doch auch nur zum Teil. und ich kann mir denken, dass nicht alle ein Kopfkissen voller Geldscheine zum Schlafen haben. aber ihr habt mir trotzdem etwas abgegeben.

ich möchte noch stundenlang schreiben über verdichtete Fürsorge und gekürzte Hilfe. über das langsame Einsickern der Erkenntnis. über Achtsamkeit und Planung…hinter mir ein leeres Regal. vor mir, neben mir Kartons. dazwischen Kleinigkeiten, die wir noch brauchen.
wenn der Kleine heute wieder fit ist, kann er wieder in den Kindergarten und ich kann zur Schule und dann ins Büro für die Übergabe der Ferienvertretung. dann noch anderthalb Arbeitstage, und dann endet etwas. dann noch eine Woche packen und dann endet noch etwas. dann ein Monat in der neuen Wohnung und mein Großer wird eingeschult. die Schultüte werde ich erst in der neuen Wohnung kleben. in der letzten Woche vor Schulanfang. ich werde morgens um diese Zeit an meinem Küchentisch sitzen bei offener Balkontür und basteln. ich werde die Vögel aus dem Hof hören und sonst nicht viel. meine Kinder werden in meinem Zimmer liegen und schlafen. vielleicht stehen noch ein paar Kisten herum. vielleicht fehlt noch ein Regal oder Schrank. vielleicht wird die Waschmaschine im Kämmerchen laufen…es wird ein neues Leben sein. ein glänzend neues, ruhigeres Leben.

vielen Dank,

Minusch

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