beginning

die Ruhe dieses Hauses ist eine andere als die Ruhe des anderen Hauses. ich, ach…was habe ich mich gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Umzug mit zwei Kindern, den ich gar nicht bezahlen kann. hah! wie blöd muss jemand sein?? aber…

seit wir hier wohnen, verändern wir uns. ja, unter (Holla-die-Waldfee)Stress werde ich noch immer aggressiv, aber der Stress defragmentiert sich. das fiel mir gestern Abend auf. ich stand um 21:00 auf dem Balkon um Wäsche aufzuhängen. der Tag hatte eine Dichte von Erbsensuppe (leckere Erbsensuppe! viele Gespräche, lösungsorientiert und verständnisvoll nur eben alles pausenlos) und in der alten Wohnung wäre ich nach so einem Tag einfach nur durch gewesen. hier schaue ich vom Wäscheständer auf in die Wolken und erinnere mich an einzelne Worte, sehe das sich ändernde Licht, spüre den Wind.

niemand in diesem Haus bewertet uns. niemand passt und im Treppenhaus ab. der Platz für unsere Räder im Hof ist kein Privileg sondern selbstverständlich. und hier oben im Taubenschlag ohne Geräusche von links oder rechts oder unten kann sich eine Stille ausbreiten, die mich aufhorchen lässt.

diese Woche habe ich zwei Mal mittags Essen gekocht. für den Großen und mich. es war gut. er hat beim Essen aus der Schule erzählt. das war…wie ein Traum…wunderschön. ruhig. liebevoll. unaufgeräumt aber so sehr zufrieden.

ganz langsam prägt sich etwas im Herzen aus, das wie ein halb geflüstertes halb gestauntes „ich kann das“ klingt. kein „he, ich bin’s!“ mit instagram-Ästhetik und perfektem Filter. ein „ich kann das“. ein kleingeschriebenes ich, weil es dafür kein Held*innen-Cape braucht. ein zartes „kann“ weil ich schon jetzt ab und zu das „muss“ verlassen konnte. ein „das“, das für meine Idee von Leben steht.

da waren keine nennenswerten Pausen in dieser Woche. aber eine Zufriedenheit. Lächeln. Richtung. Klarheit.

ja, ich bin gerade pleite. aber es ist ein schönes pleite. ich hab alles Geld verballert für den Umzug, die Renovierung, den Schulstart, Ferienausweichprogramm und Medikamente (zwei von drei sind hier ordentlich krank geworden diesen Sommer). aber ich fürchte mich nicht. hier endet kein Weg. hier beginnt einer. und so, wie ich das sehe, habe ich beschlossen, für immer hier zu bleiben. denn für meine letzten paar Träume fehlt mir jetzt nur noch ein Bully, mit dem ich ab und an wochenends ans Meer fahren kann. dann habe ich alles:
eine kleine Altbauwohnung mitten in der Stadt mit Badewanne, Balkon, Garten, lieben Nachbar*innen und einer unfassbaren Infrastruktur. einen Job, den ich gut kann mit einer wunderbaren Vorgesetzten. zwei herrliche Kinder, Freund*innen, Lyrik, Wetter, mein Fenster zur Welt.

ich bin jetzt eine Frau, die alles hat. mehr brauche ich nicht. mehr will ich nicht. so kann es bleiben…und so habe ich Ressourcen für alles mögliche, was kommen wird.

Danke.

Liefs,
Minusch

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