oktoberei

da stehen die Blumen. zwei Bund Fairtrade-Rosen von Penny. es gab nur noch ein rotes. also einmal rot und dann dieser Rumba-Farbverlauf. und auch sonst bezeichnet das den Raum, den ich mir in meinem Leben derzeit nehme.

morgen ist Kilians Geburtstag.

und ich fühle mich, als läge mein Herz in einer Kiste aus Holz. die acht Wochen Schule, der Mieterbundtermin nächste Woche, eine abgebrochene Füllung, die Impfung, Ohrenschmerzen…und zwei Kinder, die mir Tag für Tag ihre Enttäuschung zeigen. es ist so eine Phase, in der beide grundsätzlich nicht dasselbe gut finden können (außer Fernsehen…und auch da entbrennen Grabenkämpfe um den Film/die Serie). Vorlesen? neeee…Spiele nur mit extra Regeln, Aufräumen nie. mal nur Kohlenhydrate, mal nur Eiweiß. ein Tag WÜRSTCHEN. ein Tag kein Fleisch. ich kann es nur falsch machen.

eigentlich wollte ich mit den Jungs jetzt in Basel sein. A. lebt dort. A. ist sowas wie eine geheime Superwaffe: sie regelt für andere alles mögliche, sobald sie davon Wind bekommt. sie hat uns eingeladen, sie und ihre Kinder zu besuchen. ich habe günstig Tickets bekommen…und einen Tag vor Abreise sitzen meine Kinder im Familienrat vor mir und wollen nicht weg. sie sehen so müde aus, sind so schlecht gelaunt. ich bin es auch…die Stornierung kostet fast mehr als eine Karte. und ich bekomme nur Gutscheine zurück und keine Überweisung auf mein Konto…

jetzt sind wir hier.

und es geht uns nicht gut.

ich fühle mich jeden Tag völlig unzulänglich. meine Kinder sind jeden Tag empfindlich.

jeder Lichtstrahl ein Geschenk. jedes Verebben desselben ein Absturz.

so nah an dem Geburtstag des ersten. immerhin sind da Blumen. immerhin haben wir Kuchen gebacken. aber niemand wird bei uns sein. der Große geht auf einen Geburtstag. ich werde mit dem Kleinen hier sein. und wenn er und ich alleine sind, werde ich wieder nicht heulen können. oh, ich würde so gern loslassen…

noch vor 4 Jahren hätte ich an dem Geburtstagstag ein tolles Frühstück gemacht, einen Blumenstrauß auf dem Tisch, Kuchen und ein tolles Mittagessen. meine inneren Bilder sind nicht erfüllbar. sie sind wunderschön, aber zu viel. das, was ich mir wünsche, kann ich nicht leben. mal wieder.

…wir haben Klamotten und Kekse geschickt bekommen und heute wurde ein anderes Überraschungspaket gepackt. kleine Inseln. so wie die Ausflüge, an denen es immer etwas gibt, was gelingt. die kleinen Dinge. klein…klein wie ein atemloses Kind in meinem Herzen. das Halbjahr mit Erinnerungen beginnt. das Wetter wechselt behutsam die Farben der Bäume. hier sind alle Lichter und Schatten noch neu. die Rhythmen noch unsauber. hier ist noch nichts geschehen.

hier leben wir drei ohne Dich, lieber Kilian. wir erinnern uns an Dich. ich erinnere mich an Dich. auch mit weniger als erträumt. in diesem Schmerz bist Du bei mir. in diesem Schmerz sind wir uns nah. immer.

ich liebe Dich,

Deine Mama

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