tagesdicht

wie nasse Haare kleben die Sekunden am Kopf
und die nächsten Minuten bis zum Bus bilden einen Rand um die Füße
gleichzeitig drückt die Stunden-Grasnarbe auf die Brust

Zeit für den Alltagsvertikutierer

ich schließe das Hoftor bevor ich einen Schritt raus tun konnte und öffne stattdessen den Schuppen
dort steht dieses seltsame angelaufene Gerät mit den Kupferzinken und dem glatten Holz
es wiegt schwerer als es lang ist
aber es bleibt leicht genug für eine Hand

in Gedanken gehe ich rückwärts
wie Oma es damals tat
das Gerät fest in der Faust halten und in einer geraden Linie bis zum Ende durchziehen…

es klingt wie Graphit auf Papier – wie eine Hand in Linsen – wie Bankknarzen – Buchaufschlagen – Summen – wie ein Blick von der Burg hinunter – wie Füße im Wasser – wie Kreidestaub – wie Bettwäscherascheln an einem Sonntag

ich stehe im Hof

die Sperlinge rufen

den Bus habe ich gerade verpasst

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