pädagogisch ranten

Guten Morgen.

ich habe die letzten beiden Beiträge nicht veröffentlich und hoffe gerade, dass dieser so rund wird, dass ich es tue. also ihn veröffentlichen. zeitnah. manchmal überschlagen sich in mir Themen und die mischen sich dann und am Ende habe ich den Eindruck, ich hab zwar alles aufgeschrieben aber in dem Kontext verzerrt es sich vor dem Lesevorgang außerhalb meines Kopfes und das Ergebnis mag ich dann nicht wirklich.

ja, ich bin viel mit mir selbst beschäftigt. vor allem hier. hier beschreibe ich immer wieder Situationen oder Probleme, ich stelle Fragen, ich schreibe mir was von der Seele. aber sonst arbeite ich auch. zumindest etwa 24h in der Woche. ungefähr. das ist nicht viel im Vergleich zum Privat-Haushalt-Mutter-Business. aber es ist relevant.

im Rahmen meiner Arbeit als Sozialpädagogin bringe ich mich in Fallbesprechungen ein, sammle im Team Instrumentarien zum Umgang mit konkreten Kontexten, nehme Supervision an und an Supervision teil. wir besprechen Raumgestaltung, Teamstrukturen, Kommunikationshindernisse, Strategien und unsere persönliche Stressbelastung. ansonsten arbeiten wir alle selbständig in und an unterschiedlichen Fällen. in meinem Fall ist jetzt aufgrund erhöhter Fachleistungsstunden eine zweite Kollegin eingestiegen, mit der ich regelmäßig Übergabegespräche führe. wir hören einander zu, geben einander Feedback. wir sind nie gleichzeitig in charge. wir hören immer nur die Wiedergabe der einen aus ihrer Arbeit und reagieren darauf mit eigenen Erfahrungen, Ergänzungen, zusätzlichen Informationen. und ich dokumentiere alles, was ich tue. jeden Kontakt, jedes Gespräch. ich schreibe alles auf. einmal in einem Kalender just in time und einmal für den Monatsabschluss im System.

Pädagogik ist eine ziemlich komplexe Sache und wenn Du dafür bezahlt werden möchtest, musst Du belegen, dass Du zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und vertretbar gehandelt hast. mein Arbeitgeber stellt zusätzlich den Anspruch, dass wir pädagogischen Fachkräfte, aber auch alle anderen Mitarbeitenden, sichere Orte für Kinder gestalten mit dem, was wir tun. wir orientieren uns an Transparenz, ermöglichen den Kindern und ihren Eltern Zugang zu Anlaufstellen für Kritik und arbeiten so an der Stabilisierung der Selbstwirksamkeit der Kinder, mit denen wir Zeit verbringen.

ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass all das nicht auch meine Rolle als Mutter beeinflusst. allerdings möchte ich ergänzen: nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint.

ich habe diese Woche recherchiert. es ging mir um Piktogramme und Pläne oder Übersichten, mit denen ich die Aufgaben sichtbar machen kann, die meine Kinder erledigen können und die bisweilen helfen würden, Stress in den Übergangsphasen zu reduzieren. eine mehrerer Strategien, die ich verfolge, um mich selbst zu stabilisieren und zu kräftigen. wie zu erwarten war fand ich mit diesen Suchen Unmengen an Plänen. hauptsächlich Verstärkerpläne. ihr kennt das alle: ein Kind hat eine Übersicht für eine Woche und kann täglich durch das Zeigen des gewünschten Verhaltens Tokens/Aufkleber/Tickets/Murmeln sammeln, die dann am Ende der Woche gegen etwas größeres eingetauscht werden können. manche geben ein Limit vor, das überhaupt begrenzt, ab wann das Kind etwas bekommt. andere geben einen Wechselkurs vor (5 Tickets gleich ein Schokoriegel oder Kinobesuch oder Spielzeugauto). viele empfehlen, an dieser Stelle schon in das Konsumverhalten reinzusteuern und Zeit mit Mama/Papa zu vergeben oder konkrete Ausflüge.
die Idee dahinter fusst auf der behavioristischen Lernpsychologie und erinnert nicht nur die Fachleute an Pawlow. es geht um Konditionierung. positive Verstärkung des gewünschten Verhaltens. was da liebevoll mit Blümchen bemalt und mit Autos beklebt wird, ist ein psychotherapeutisches Instrument, das so einfach ist, dass es einfach jeder benutzen kann.

ich benutze es nicht. obwohl ich sogar zu den Fachkräften gehöre. ich benutze es nicht, weil es nicht meinem Denkparadigma entspricht. und weil ich es für eine bescheuerte konsumorientierte Spielerei halte, die wenig bringt (nichts für ungut. es gibt viele Kolleg*innen, die damit super gerne arbeiten und ich kann anerkennen, dass in der Ausgestaltung eines solchen Planes viel liebevolle Mühe steckt. und die Mühe und Liebe transportieren sich sicherlich auch so auf diese Weise. auch die Aufmerksamkeit, die dazugehörigen Gespräche erachte ich als wertvoll. all das ist gut. es führt nur in meinen Augen nicht zum Ziel. aber: ja, es ist anerkannt, nachvollziehbar und schnell erklärt. geschenkt.)

das dahinterliegende Denkparadigma bezeichnet das Menschenbild, von dem ausgegangen wird, damit diese therapeutischen Handlungen als sinnvoll/hilfreich betrachtet werden können. beim Behaviorismus oder der Verhaltenstherapie, einer psychologischen Denkrichtung die sich etwa zeitgleich mit der Psychoanalyse entwickelte und stark von ihr abgrenzt, gibt es eine therapierende Person und eine zu therapierende Person, ein konkretes Problem und einen konkreten Lösungsweg, den die therapierende Person kennt und anleitet. tatsächlich ist das die große Gemeinsamkeit beider psychotherapeutischen Richtungen: das paternalistische Prinzip. Profi schaut auf Laie und hilft mit den eigenen professionellen Instrumentarien. die Laien sind nicht auf Augenhöhe. völlig Wurst, wie alt sie sind oder was sie alles schon wissen oder gelernt oder verstanden haben. auch unabhängig vom Auslöser für die Konsultation. die Laien sind Laien. die Profis sind Profis. und damit es da auch keine Missverständnisse gibt, haben beide eine professionelle Beziehung, für die in der Regel der Profi zuständig ist.

wenn ich mich jetzt also als Mutter auf Augenhöhe mit meinen Kindern verorten will und dann einen Verstärkerplan aus der Tasche ziehe, breche ich mit dem zugrunde liegenden Menschenbild. klingt jetzt nicht schlimm, eigentlich. schließlich geht nichts kaputt. und die Psychotherapeut*innen bekennen sich eh regelmäßig zu eklektizistischen Ansätzen: alles probieren und das, was hilft, das wars! (<<ohne Mist, das hat uns Studierenden der Leiter einer Erwachsenenpsychiatrie mal ins Gesicht gesagt, als er seinem Kumpel, unserem Professor, einen Gefallen tun wollte und sein Arbeitsfeld vorstellte). also: was die Großen machen, das kann ich doch auch?

oder?

wie sollen sich Familien als Familien finden und immer wieder erneuern (was mit jeder besch*** Entwicklungsphase einfach notwendig ist!), wenn wir für jedes Problem eine neue Hilfreichung suchen und uns dann spontan auf Pinterest für den Plan mit dem schönsten Layout entscheiden? das Ding soll ja schließlich auch in der Küche hängen! was macht das mit uns Eltern? ich frage bewusst nur nach den Eltern, weil die Kinder sich bestenfalls heimlich kaputtlachen, dass sie jetzt noch mehr Kontrolle über ihre Konsumwünsche bekommen. aber wir Eltern? was geschieht da? Augenhöhe oder doch paternalistisch? verdammt? geht nicht beides? mal so, mal so?

wenn wir die aktuellen Debatten fragen, geht eben nicht beides und ich sehe das meistens auch so. die lauteste ist dabei die bindungsorientierte Erziehung, die damit im Grunde genommen alles ausschließt, was die Verhaltenspsychologie sich so überlegt hat (was mir diese Richtung ja prinzipiell sympathisch macht. also die Bindungsorientierung). zur Bindungsorientierung passt an dieser Stelle übrigens die nondirektive Gesprächsführung. die wird als "Konfliktlösung ohne Niederlage" verkauft. es geht dabei darum, nicht zu bewerten, was das Kind uns mitteilt (klingt gut), sondern es nochmal mit anderen Worten wieder zugeben (Paraphrasierung) und so das ganze Gespräch hindurch zu führen. das soll dem Kind die Möglichkeit geben, ureigene Lösungen zu entwickeln. super, oder? das kompetente Kind! wir bleiben emotional ausgeglichen und sprechen mit unserem Kind darüber, dass es sich wahnsinnig darüber ärgert, dass der Heinz immer mit dem Peter spielt und nie mit ihm und wie es das ändern könnte, indem wir wiederholen, was es sagt.

nein, nein, ich versuche nicht, das ins Lächerliche zu ziehen. ich habe diese Form der Gesprächsführung gelernt. das ist ein Instrument aus der humanistischen Psychologie. die ist von den Krankenkassen nicht anerkannt, im Gegensatz zu Verhaltenstherapie und Psychoanalyse, hat aber mit der Systemik einen Kassenschlager gelandet, wenn es darum geht, Menschen zu befähigen, sich selbst zu helfen. ok, die Kasse bezieht sich hierbei auf den eigenen Geldbeutel. sowohl die Ausbildung kostet einiges als auch entsprechende Beratungsstunden. aber das Konzept passt gut zur Bindungstheorie: Augenhöhe.

in dem Artikel von heute morgen berichtete eine Mutter total begeistert von diesem Konzept und legte es den Leser*innen ans Herz. sie schilderte sogar ein fiktives Gespräch mit ihrem Kind. und es klang nur ein kleines bißchen komisch…

ich kann Euch sagen: diese Form der Gesprächsführung braucht etwas, was Mütter und Väter üblicherweise nicht haben. jemanden, der ihnen das beibringt. nein, es ist keine Frage des Wollens. es ist eine Frage der Gewohnheit und der inneren Haltung und der sprachlichen Sensibilität. ja, heutzutage sind wir ja allesamt zu sprachlicher Sensibilität verpflichtet und das ist sicherlich angenehmer als sich ständig Schimpfworte und schlechte Witze reinziehen zu müssen (…oh…wait…) aber das bedeutet leider nicht, dass wir alle schon sprachlich so weit sind, derartige Gespräche führen zu können.

ich hab es gelernt. und ich kann es trotzdem nicht. ich hab mich zum Horst gemacht vor meinem Seminar. ich hab fiktive Beratungsgespräche nondirektiv geführt und bei anderen zugehört. eines meiner Probleme: ich war zu schnell. für nondirektive Beratung brauchst Du echt Zeit! (Zeit…haha…genau das richtige für Familien!) Zeit und Ergebnisoffenheit (noch eines meiner "Probleme"). und: Du musst aushalten, dass Du Dich selber dabei fühlst als hättest Du die Unterhose falsch rum an. wiederhole mal spaßeshalber alles was Dein Gegenüber sagt mit eigenen Worten! halte das mal durch! schaffst Du 5min ohne lachend auf dem Boden zu liegen oder einen Streit zu provozieren? wenn ja: denk über eine entsprechende Fortbildung nach!

woraus will ich eigentlich hinaus?

liebe Eltern da draußen. ich weiß, unser Stand ist nicht der beste. wir helikoptern und vernachlässigen. wir holen uns Hilfe in den falschen Kliniken. wir kochen das falsche Essen, ziehen die Kinder falsch an und schicken sie zu früh mit dem Fahrrad zur Schule oder fahren sie mit dem Auto zu nah dran. wir helfen nicht genug bei den Hausaufgaben und wir fördern den Sport nicht genug. oder wir erwarten zu viel. wir lassen unsere Kinder vor dem Screen vergammeln und sind mit dem Handy vorm Kopf schlechte Vorbilder. und wir haben selbst offensichtlich die falschen Hobbys, wenn wir nicht in die Sauna gehen sondern Netflix gucken.

stimmt bestimmt alles.

aber lasst Euch nicht verarschen. Kindererziehung benötigt kein pädagogisches Fachwissen. wenn wir ehrlich miteinander wären, wüssten wir auch ohne Bücher über hochsensible Kinder oder Jungserziehung oder Mädchenstärkung, wohin der Hase läuft. ja, Kinder sind unterschiedlich. ja, unterschiedliche Kinder bekommen im System Schule Schwierigkeiten. ja, es ist ok, sie entgegen jeder gesellschaftlichen Tendenz liebzuhaben wie sie sind! nein, Pädagog*Innen haben keinen Vorteil beim Erziehen, weil der ganze Schit zuhause nicht anwendbar ist! weil all das, was Voraussetzung für pädagogische Intervention ist, nicht verfügbar ist für Eltern! googelt mal "professionelle Distanz" oder "professionelle Beziehung"! unsere Kinder haben ein Recht auf Nähe! auf Gefühle! nicht auf die bereinigte professionelle Version sondern den Rotz, der da in der Suppe schwimmt. Schadenfreude bei Tom und Jerry oder Dick und Doof. Wut, weil der Emil wieder gebissen hat und die Ida mit dem scheiß Spielzeug-Kran die Mondstation kaputt gemacht hat! dieses geile Gefühl, wenn da ein riesiger Eimer Eis steht und alle mit dem Löffel direkt aus dem Eimer essen dürfen. Frust, Glück, Traurigkeit, Vermissen, Erschöpfung, Leidenschaft…daraus baut sich das Gerüst, das später dabei hilft, zuzuordnen, was da gegenüber passiert und warum es sich in mir selbst so krass anfühlt, dabei zuzusehen.

nicht Ausgeglichenheit, Lächeln und rektaler Weltfrieden. nein! das Drumrum! erst müssen die Gefühle benannt werden. später werden sie genauer sortiert und DANN können wir üben, die zu kontrollieren (und ich möchte an dieser Stelle eines loswerden: die wenigsten Erwachsene können ihre Gefühle kontrollieren, obwohl das schon von Kindern erwartet wird).

wir Eltern dürfen nicht schreien, weil das Kinderseelen zerfetzt? achja? habt ihr schon mal versucht, Eure Wut sozialkompatibel abzuleiten? nehmen wir mal an, ihr habt eine Torte gebacken für eine liebe Freundin. das soll das Geburtstagsgeschenk sein. die Kohle hat nicht für eine Sammlung Luxus-Enzyklopädien gereicht und die Zeit war für die Torte auch nicht zu üppig und das Ding steht da auf der Arbeitsplatte und und ihr dreht Euch um, und ihr seht nicht, wie das Kind mit dem Hocker versucht, an das Regalbrett darüber zu kommen. erst das Geräusch lässt Euch aufschauen. und ihr habt dem Kind das schon 20 Mal in der letzten Woche gesagt. ihr habt vorgewarnt. ihr habt um Rücksicht gebeten. und die Torte ist zermatscht.

das klingt vielleicht überspitzt, aber das IST Alltag! stetige Wiederholung von Bitten und Warnungen und das Betteln um Rücksichtnahme auf die eigenen Lieblingssachen und die eigene Befindlichkeit und auf das eigene Zuhause! wer schreit da nicht? und was wäre angemessen und ebenso effektiv? ein Nervenzusammenbruch? hysterisches Lachen? den Raum verlassen und irgendwas anderes kaputt machen? Schweigen? Augen schließen? leise Tränen?

was passiert mit uns in krassen Entwicklungsphasen? wenn das Kind wegen jedem Furz einen Wutanfall kriegt, völlig egal, wie wenig cholerisch wir in den letzten 20 Jahren waren? wie handle ich einen Wutanfall außerhalb eines hermetisch abgeriegelten Labors? also quasi IMMER unter Zeugen? welche Reize kann ich nutzen, um ein Kind aus so einem Wutkrampf rauszukriegen? Geduld? schreien lassen und den anderen erklären: "das ist nur eine Phase…"? und: wie wirkt sich das auf mich aus? wann kommt meine Ablösung, damit ich das verarbeiten kann? wo ist mein reflecting Team, das mit mir Handlungsalternativen entwickelt?

wer zur Hölle war der erste Mensch, der ein pädagogisches Machwerk als hilfreich für die eigene Erziehungsarbeit gehypt hat? familiäre Erziehung ist keine Frage pädagogischen Handelns, sonst wären Eltern Pädagog*innen. familiäre Erziehung ist eine Überschrift für "Familie sein". mehr nicht. und so, wie wir Familie sind, sind es nur wir. ja, ab und zu ist Rat von außen hilfreich. aber wenn wir in der Lage wären, einfach zu akzeptieren, dass es schwer ist und dass für keine Phase das perfekte neue Mindset gibt und das wir in unserer Begrenztheit dennoch ausreichen, dann könnten sich eine Menge Verlage vom Markt verabschieden. und vielleicht würden sich ein paar mehr Leute etwas weniger dafür schämen, dass sie sind, wie sie sind.

übrigens: pädagogische Denkrichtungen liegt auch immer ein Paradigma zu Grunde. der bindungsorientierten Erziehung (Attachment Parenting) liegt ein fundamental-christliches Bild zu Grunde. christlich. you know. wer ist das der Boss und wer der Laie? und zu was macht das die intervenierende Person?

Kinder-erziehen heißt immer Familie-sein. Familie-sein. wer hat das Recht, an unserer Haltung zu zweifeln oder unsere Handlungen zu kritisieren? wenn ich mich dem brüllenden Kind im Park nicht liebevoll zuwende bedeutet das nicht zwingend, dass mir das Kind egal ist oder dass ich besoffen bin. vielleicht habe ich mich im Vorfeld so oft dem Kind zu gewandt, dass ich schon weiß, dass das nichts bringt. und meine Energieabwägungsüberlegungen haben mich vielleicht dazu gebracht, mich als nicht konfliktstark-genug einzuordnen. ja. das gibts. eine Mama, die keine Kraft für den Konflikt hat. und es wäre sogar ok, in diesem Moment ein Bier auf zu machen. es wäre ok. irgendwo im Metaspace findet sich immer ein anderes Elter, das gerade ein Bier aufmacht und müde nickt. IMMER:

das, was so oft als Brechen der Kinderseele verkauft wird, ist doch eigentlich nur die Angst davor, Fehler zu machen. ich behaupte, dass das unsere Kinder in eine Welt entlässt, der sie nicht gewachsen sein werden, weil sie Menschen nicht verstehen können. wenn sie gelernt haben, das unter der Oberfläche der Eltern noch etwas liegt, wozu sie keine Zugang haben, weil sie erst zu klein sind und dann zu groß, wissen sie nicht, was da ist. dann können sie das nur an sich selbst erforschen und verlieren eine Menge Zeit in destruktiven Beziehungen, obwohl sie eigentlich Profis im glücklich-sein sein sollten.

nein, ich habe nichts übrig für entwertende Sprache und Beleidigungen. und ich werde niemals erlauben, dass in meinem Zuhause so gesprochen wird. aber Schreien muss drin sein. für alle. und Wut. und Abgrenzung. und Heftigkeit. und für das, was danach kommt…die weite ruhige Landschaft ausgelebter Gefühle, in der wir uns wieder einander zuwenden können und sehen, dass wir uns lieben, auch wenn wir uns streiten und manchmal nicht aushalten können. völlig frei von pädagogischen Prinzipien. so wie das Leben eben läuft. auf Augenhöhe im Verhandeln. und in Hierarchie, wenn es darum geht, eins von uns zu schützen.

unser eigener Plan enthält jetzt übrigens einen Ablauf der Handlungen morgens und einen Ablauf der Handlungen abends in Bildern. schon nachdem wir den Plan gemacht haben, haben wir ihn nicht mehr gebraucht, aber er hängt jetzt am Kühlschrank. parallel können die Kinder ausprobieren, wie es sich anfühlt, viel zu machen oder wenig. sie können kleine Bildchen aus dem einen Becher in den nächsten legen und auf einer Liste sammeln, wie viele Bildchen sie an einem Tag gesammelt haben. dafür gibts nichts von mir. Süßigkeitengläser haben beide sowieso, die sie selbst verwalten. für mich war der Plan hilfreich, um nicht in diffuse Panik zu geraten, wenn morgens der Zeiger vorrückt. für mich. wohlgemerkt. meine Kinder haben mich darin unterstützt. schöner Zug.

Liefs,
Minusch

PS: während des Schreibens dieses Beitrages wurden meine Kinder 5 Mal vertröstet, drei Mal aus der Küche geworfen, zwei Mal angeschnauzt, 8 Mal darüber informiert, was wir heute noch tun werden und 4 Mal dabei unterstützt, etwas zu tun, was sie tun wollen.
PPS: nein, es gibt keine universelle Lösung für den Umgang mit anderen Menschen, egal wie alt sie sind

2 Antworten auf „pädagogisch ranten

  1. Du bist cool Minusch!!! Du hast so recht! Danke für die Mühe das in so mühelose Worte zu packen, Danke an deine Kids, dass sie sich vertrösten ließen, es war es wert!

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